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Monica Lierhaus im Koma:"Ernsthaft erkrankt"

So war die Hamburgerin zu einem Markenzeichen geworden, wie Sender sie brauchen, um im Quotenkampf Atmosphäre zu schaffen. Dafür ist eine handverlesene Riege sozialverträglicher Typen wie Johannes B. Kerner oder Reinhold Beckmann zuständig, die mal einen Fußballprofi, mal einen Berufspolitiker freundlich ausfragen können.

Beckmann wird die erkrankte Kollegin Lierhaus vertreten, wenn am 30. Januar zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde der FC Bayern München beim Hamburger SV antritt. Die Dienstpläne sind neu geschrieben worden.

Der ARD-Star, der auch eine eigene Talkshow hat, war schon im Privatsender Sat.1 der Chef von Monica Lierhaus. Hier hat sie volontiert, hier sagte sie Promigeschichten bei "Blitz" an und war schließlich in der Fußballshow "ran" zu sehen. Nach der Sat1-Zeit arbeitete sie für Premiere und für das ZDF, wo sie zusammen mit dem verstorbenen Bodo Hauser die Krimi-Rateshow "Ein mörderisches Spiel" machte.

Der Marktwert der TV-Journalistin ist inzwischen so sehr gestiegen, dass ihr nach Wechselgerüchten jüngst seitens der ARD offenbar ein neuer Vertrag über 875.000 Euro jährlich avisiert wurde, was Produktionskosten einschloß.

"Nah dran", so beschrieb Monica Lierhaus ihren Arbeitsplatz. Einblick in ihr Seelenleben gab sie vor vier Jahren in einem Interview von Bunte, als sie über zwei Beinahe-Unfälle sprach und sich an alte Gedanken erinnerte: "Wenn es das jetzt gewesen sein sollte, wäre es zwar sehr tragisch, weil ich an meinem Leben hänge. Aber ich habe so viel Glück und Liebe erfahren, dass ich jetzt loslassen könnte."

Bewundert hat sie Frauen wie Sabine Christiansen, die sich in einem schwierigen Umfeld trotz zum Teil ätzender jahrelanger Kritik durchgesetzt haben. Das imponierte ihr, der exzellenten Handwerkerin des Fernsehens, deren Kamerasicherheit von vielen Kollegen gerühmt wird.

Sie hat in der ARD sogar die chauvihaften Komplimente des jahrelangen Programmchefs Günter Struve überstanden, der verkündete: "Wenn man ein so schönes Gesicht bekommen kann, dann darf man es nicht nur alle drei Wochen zeigen." Struves Nachfolger Herres erklärt, die Zuschauer müssten "nun eine Zeitlang ohne Monica Lierhaus auskommen", aber das sei "zweitrangig".

© SZ vom 16.01.2009/hai
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