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Mondlandung:Nächstes Ziel? Mars!

Die Welt gedenkt Neil Armstrongs und Co.: Während in Washington die Apollo-Rakete auf dem Obelisken prangt, träumt "Astro-Alex" in Berlin vom Mondbesuch für jedermann und Donald Trump im Oval Office von einem neuen Weltraum-Programm.

Amerika feiert seine Helden: In der US-Hauptstadt wurden Fotos und Videobilder der „Apollo 11“-Mission auf das Washington Monument projiziert, den Obelisken im Zentrum der Museumsmeile.

(Foto: Bill Ingalls/AP)

Normalerweise sind es politische Großereignisse, die die Menschen auf die National Mall in Washington D.C. treiben, etwa die Amtseinführung eines neuen Präsidenten, Protestmärsche gegen den Vietnamkrieg oder für schärfere Waffengesetze. In den vergangenen Tagen jedoch stand die Mall ganz im Zeichen des Mondes. Fotos und Videobilder der "Apollo 11"-Mission waren seit Dienstag auf das knapp 170 Meter hohe Washington Monument projiziert worden, den Obelisken im Zentrum der Museumsmeile. Trotz tropischer Temperaturen fand das Spektakel jeden Abend Tausende Besucher. Am Freitag dann erlebten die Amerikaner den Start der Saturn-Rakete dort noch einmal: ab 22:30 Uhr lief die Originalübertragung der Mondlandung vom 20. Juli 1969. Doch nicht nur in Washington, auch in Houston und in Wapakoneta, Armstrongs Heimatstadt in Ohio, feierten Amerikaner ihre Helden von damals. Neben dem Kommandant Neil Armstrong waren Buzz Aldrin und Michael Collins vor 50 Jahren Richtung Mond unterwegs. Nach viertägiger Reise hieß es: "The Eagle has landed."

Donald Trump, Mike Pence, Melania Trump, Micheal Collins, Buzz Aldrin, Eric âÄœRickâÄ� Armstrong

Zum Jahrestag der ersten Mondlandung empfängt Trump im Oval Office die Astronauten Michael Collins (l.) und Buzz Aldrin (r.), sowie Eric Armstrong, den Sohn Neil Armstrongs.

(Foto: Alex Brandon/AP)

Auch in anderen Teilen der Welt wurde das historische Ereignis gefeiert. In Deutschland würdigte unter anderem das Berliner Zeiss-Großplanetarium das Jubiläum mit einem Mondfest, bei dem der deutsche Astronaut Alexander Gerst am Samstag einen Vortrag hielt. Er würde es begrüßen, wenn jeder Mensch einmal ins All fliegen könnte, sagte der als "Astro-Alex" bekannte Astronaut, der bereits zweimal auf der Internationalen Raumstation ISS war. "Ich bin überzeugt davon, dass es jedem Menschen gut tut, diesen Planeten einmal von außen zu sehen." Man realisiere plötzlich: "Manche Dinge, die ich bisher für wichtig gehalten habe, die sind vielleicht gar nicht so wichtig."

U.S. astronaut Andrew Morgan, Russian cosmonaut Alexander Skvortsov and Italian astronaut Luca Parmitano wave as they board prior the launch of Soyuz MS-13 spacecraft Baikonur cosmodrome

Während den Feierlichkeiten in den USA fliegen in Kasachstan die drei Raumfahrer Andrew Morgan, Alexander Skvortsov und Luca Parmitano zur ISS.

(Foto: REUTERS)

Bereits am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump die beiden noch lebenden Astronauten der "Apollo 11"-Mission im Weißen Haus empfangen. Das Jubiläum sei ein "großer Tag" für die USA, sagte Trump bei dem Treffen mit Collins, 88, Aldrin, 89, und der Familie des 2012 verstorbenen Armstrong. Aldrin wollte jedoch nicht nur lobende Worte entgegen nehmen. Er nutze den Termin auch für Kritik: "Ich bin enttäuscht. Die Fortschritte von damals sind eingeschlafen."

Tatsächlich ist seit dem Ende der Apollo-Missionen im Jahr 1972 kein Mensch mehr auf dem Mond gewesen. Trump versprach der US-Raumfahrt eine bessere Zukunft: "Wir bringen den Glamour zurück." Bis 2024, so Trumps Ziel, wollen die USA wieder auf dem Mond sein. Außerdem wolle man weiter zum Mars. Das sei ganz besonders wichtig für die Verteidigung. "Ja, wir werden die Space Force, die Teilstreitkraft im Weltraum angehen." Dem ebenfalls anwesenden Nasa-Chef Jim Bridenstine empfahl Trump, auf die "andere Seite" eines Marserkundungsplans zu hören, nämlich der Theorie einiger Fachleute, dass der beste Weg zum Mars nicht über den Mond führt. Die Nasa sieht den Mond derzeit als Sprungbrett zum Mars.

Wie das alles gelingen soll, ist allerdings noch unklar. Trump hat zwar den Kongress für den nächsten Haushalt um gut anderthalb Milliarden Dollar mehr gebeten. Doch ein neues Weltraum-Programm würde etwa 20 bis 30 Milliarden Dollar kosten.

Dem erfolgreichen Start der Rakete wohnen Schaulustige bei.

(Foto: Kirill Kudryavtsev/AFP)

Unterdessen haben sich am Samstag erneut drei Raumfahrer auf den Weg zur Internationalen Raumstation ISS gemacht. Die Rakete mit dem Italiener Luca Parmitano, dem US-Amerikaner Andrew Morgan und dem Russen Alexander Skworzow an Bord startete pünktlich und ohne Probleme vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan, wie in einer Liveübertragung der Nasa zu sehen war. Nach der Trennung von der dritten Antriebsstufe nahm das Raumschiff Kurs auf den Außenposten der Menschheit, etwa 400 Kilometer über der Erde. In der zweiten Hälfte der sechsmonatigen Mission soll Parmitano als erster Italiener das Kommando auf der ISS übernehmen.