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Mönchengladbach:Zollfahnder heben Dopinglabor für Bodybuilder aus

In Mönchengladbach fanden die Fahnder ein illegales Labor und fast 40 000 Fertigdopingmittel und 7,5 Kilogramm Dopingwirkstoffe.

(Foto: Zollfahndungsamt Essen)
  • In Mönchengladbach sind Zollfahnder in einem Dachgeschoss auf ein Labor gestoßen, in dem Dopingmittel für Bodybuilder hergestellt worden sein sollen.
  • Die Ermittler waren dem Hauptbeschuldigten auf die Spur gekommen, als sie Paketsendungen mit Doping-Wirkstoffen aus China abfingen.

Bei Wohnungsdurchsuchungen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben Zollfahnder ein professionell eingerichtetes Dopinglabor ausgehoben. Wie das Zollfahndungsamt Essen mitteilt, wurden am Mittwoch fast 40 000 Fertigdopingmittel, 7,5 Kilogramm Dopingwirkstoffe, Bargeld und umfangreiche andere Beweismittel entdeckt.

Das von einem 44 Jahre alten Mann betriebene Labor in Mönchengladbach sei in einem besonders schall- und geruchsgeschützten Raum im Dachgeschoss eines Hauses gefunden worden. Vor Ort stellten die Ermittler auch Equipment zur Verpackung sowie Material zur Fälschung von Markenpotenzmitteln sicher.

Auf die Spur waren die Fahnder dem 44-Jährigen gekommen, als sie im Februar am Flughafen Köln/Bonn eine Paketsendung aus China mit rund 1,5 Kilogramm Dopingwirkstoffen beschlagnahmen konnten. Das Paket sowie zwei weitere später sichergestellte Lieferungen aus Asien sollten an Strohleute des Hauptbeschuldigten gehen, wie der Zoll weiter mitteilte. Allein aus der sichergestellten Paketsendung im Februar 2019 hätten sich "erfahrungsgemäß über 240 Ampullen à zehn Milliliter und über 130 000 Tabletten Fertigdopingmittel" herstellen lassen, sagte eine Sprecherin des Zollfahndungsamtes Essen. Geschätzter Verkaufswert: 132 000 Euro.

Die Dopingmittel wurden in Form von Pillen und Ampullen sichergestellt.

(Foto: Zollfahndungsamt Essen)

Die Dopingmittel seien von dem 44-Jährigen und einem 55 Jahre alten Mitbeschuldigten in Mönchengladbach sowie im Raum Stuttgart in der Bodybuilder-Szene verkauft worden, sagte die Sprecherin weiter. Neben den beiden Männern werde gegen einen weiteren Verdächtigen und die Ehefrau des Hauptbeschuldigten wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Anti-Dopinggesetz ermittelt. Den 44-Jährigen erwarte zusätzlich ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.

"Hier versuchten Laien sich in großem Umfang, zur Gewinnerzielung, mit illegal eingeführten, ungeprüften Wirkstoffen an der Herstellung von Arznei- und Dopingmitteln mit nicht voraussehbaren Schäden für die menschliche Gesundheit", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach. Alle Tatverdächtigen blieben auf freiem Fuß. Bei den weiteren Ermittlungen müsse unter anderem geklärt werden, wie lange der Hauptbeschuldigte das Dopinglabor schon betrieben habe.

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