Möbelhauskette vor Gericht Kein Glücksspiel, sondern Werbung

Die Werbeaktion einer Möbelhauskette beschäftigt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig

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Bei Regen Rabatt! Eine Möbelhauskette darf ihren Kunden Wetten aufs Wetter anbieten. Die Aktion sei kein illegales Glücksspiel, urteilt das Bundesverwaltungsgericht. Freier Lauf für die Wetterwette.

Eine ungewöhnliche Werbeaktion einer Möbelhauskette aus dem schwäbischen Bopfingen beschäftigt die Gerichte seit drei Jahren. Nun hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein abschließendes Urteil gefällt.

Es geht um eine Wette aufs Wetter: Sollte es an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit am Flughafen Stuttgart regnen, wollte das Möbelhaus seinen Kunden das Geld für ihren Einkauf in dem Aktionszeitraum zurückzahlen.

Das Ziel: Möbel verkaufen

Das Regierungspräsidium in Karlsruhe hatte die Aktion beanstandet, weil es sich um ein erlaubnispflichtiges Glücksspiel handele. Die Möbelhauskette ließ das Urteil nicht auf sich sitzen und bekam nun vom Bundesverwaltungsgericht Recht.

"Was das Möbelhaus vorhatte, war kein Spiel, sondern hatte einen ernsthaften wirtschaftlichen Zweck - nämlich Möbel verkaufen", sagte der Rechtsanwalt der Möbelhauskette gegenüber dem Stern. Das sehen die Bundesrichter genauso: "Unabhängig von der Gewinnaktion können die Kunden ohne Verlustrisiko die gekaufte Ware behalten", erklärte es. Die Kunden zahlten für die Möbel, nicht für eine Gewinnchance. Außerdem könnten sie Preisvergleiche bei der Konkurrenz vornehmen.

Den Möbelhaus-Anwalt ärgerte, dass ähnliche Aktionen von Konkurrenten unbeanstandet geblieben seien. Ein Möbelhaus in Bayern beispielsweise verspricht seit Jahren: Geld zurück bei Weißen Weihnachten. Seine Mandanten wollten die Regen-Wette nun voraussichtlich tatsächlich anbieten. Ein großes finanzielles Risiko gehen die Anbieter solcher Wetten dabei nicht ein, da sich Unternehmen dagegen versichern können.