Mitten auf … der Zugspitze
Abschluss der Skisaison. Der Schnee firnt auf, die Sonne scheint, ein perfekter Tag. Saisonpassinhaber, Locals also, ziehen mit localhaftiger Eleganz ihre Kurven. Zeit für eine Einkehr. Da es hier oben kalt ist, sobald man nicht in der Sonne sitzt, schielt unsere Gruppe auf einen Platz an der windgeschützten Restaurantwand: die begehrtesten Plätze auf jeder Hütte. Wundersamerweise sind sie frei. Die Münchner und anderweitig Ortsfremden freuen sich, holen Essen und stoßen auf den gelungenen Tag an. Die Locals sitzen ein wenig abseits. Ein Lachen weht herüber. Das Essen schmeckt selbst überteuert so gut wie selten – bis ein brauner Klecks in die Suppe plumpst. Der Blick nach oben offenbart: Der Sonnenplatz liegt direkt unter dem Donnerbalken der Alpendohlen, die Zugspitztouristen das Essen stehlen und sich über deren Köpfen wieder erleichtern. Nur Locals wissen so was. Annette Reuther

Mitten im … Flugzeug über dem Atlantik
Böses Erwachen bei dem Versuch, die vierköpfige Familie am Vorabend des Fluges nach Gran Canaria einzuchecken: Die Familienmitglieder wurden über das Flugzeug verteilt. Anruf bei der Fluglinie, zunächst verwirrt und bittend, dann wütend („Sie wissen schon, dass es rechtlich nicht möglich ist, dass Dreijährige ohne Eltern irgendwo sitzen?“), schließlich erbost („Kann ich mit Ihrem Vorgesetzten sprechen?“). Die Supervisorin bittet, das am nächsten Tag am Gate zu regeln. Was auch klappt: Ein Vater und sein Teenager-Sohn werden unter Protest von der Mitte des Flugzeugs in die letzte Reihe verfrachtet. An den Platz, der ihnen entrissen wurde, tritt später die Flugbegleiterin: „Ist Ihnen schon aufgefallen, dass Ihr Sitz etwas anders aussieht als die anderen? Sie haben gewonnen, Sie erhalten jetzt Getränke und Snacks aus der Business-Class.“ Valentina Reese

Mitten in ... Rom
Eigentlich müsste man los, da klingelt es an der Tür. Über die Sprechanlage meldet sich jemand mit „Comune di Roma“. Wie jetzt, Comune? Der Mann kommt rauf. Ob es stimme, dass man den Wohnsitz hier angemeldet habe? Er müsse das überprüfen, dauere nicht lange. Er studiert also den Ausweis, den Mietvertrag. Es dauert doch lange. Ob es denn nicht ausreiche, dass man das alles im Antrag schon …? Neinnein, sagt der Mann von der Stadt, alles muss seine Richtigkeit haben. Man war ja vorgewarnt: die italienische Bürokratie. So eine Wohnsitzanmeldung brauche Monate, hieß es. Man bittet den Signore mit in den Aufzug, Sie entschuldigen, ein Termin. Beim Runterfahren traut man sich zu fragen: Was, wenn niemand daheim gewesen wäre? Na, dann wäre ich halt wiedergekommen, sagt der Mann. Zwei Tage später trifft die Bestätigungsmail ein: Willkommen in Rom. Elisa Britzelmeier
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