Mitten in ... Dundalk
Nimm auf keinen Fall Bananen mit zum Angeln. Und schmier dich gut ein, aber nicht mit der Marke Banana Boat. Hat Coy gesagt, unser Hausmeister, ein erfahrener Hobbyangler. Er kennt die Legende. Ein Kollege kannte sie nicht, und jetzt will er da am Pier von Dundalk an der Chesapeake Bay mit seiner Banana-Boat-Sonnencreme an Bord kommen. "Verschwinde von meinem Boot", ruft der Kapitän und meint es ernst. Der Kollege lässt die Sonnenmilch auf dem Steg zurück, nur dann darf er mit zum Fischen. Kein Witz, der Captain erklärt: Da war also einst dieses Schiff mit Bananenstauden, darin giftige Spinnen, die Mannschaft starb. Ganzer Mythos oder halbe Wahrheit, wer weiß, jedenfalls möchte kein Seemann hier irgendwas mit Bananen zu tun haben, weil das Unglück bringe. Wir fangen dann ohne Bananen kiloweise rockfish und catfish, die Banana-Boat-Sonnencreme steht danach noch am Ufer. Peter Burghardt
Mitten in ... München

So ein Pech, zu spät eingecheckt, wir werden auf dem Flug nach Oslo also in unterschiedlichen Reihen sitzen, außer Sichtweite voneinander. Als wir uns beim Einstieg erkundigen, ob womöglich ein Tausch infrage käme, bedauert der sympathische Flugbegleiter: Alles ausgebucht, leider. Allerdings gäbe es weiter vorne noch Platz, ob wir mit einem kostenlosen Upgrading einverstanden wären? Das passt jetzt aber wirklich gut. Schließlich hat der Mann heute seinen 60. Geburtstag, den er fern von zu Hause, ohne Gratulation und Überraschungsparty hinter sich bringen wollte. Herzliche Glückwünsche von der gesamten Crew, ein kollektives "Happy Birthday" über die Bordsprechanlage, in die die Fluggäste mit einstimmen, am Ende überreicht der Steward eine Flasche Sekt. Da muss das Geburtstagskind wohl durch: Businessclass verpflichtet. Violetta Simon

Mitten in ... Zermatt
Es ist unmöglich, sich an den Blick aufs Matterhorn zu gewöhnen. Man ist jedes Mal nur anders verzückt. Fast hätte man darüber den älteren Herren missachtet, der sich dezent ächzend neben einem auf die Bank in Zermatt fallen lässt und sofort ein Gespräch beginnt. Ob man da hochsteigen will, fragt er. Nur bis zur Hütte, antwortet man lachend, bloß nicht größenwahnsinnig werden. Ach, sagt der Herr, mit einem guten Bergführer schaffe es fast jeder. Ob er denn selbst oben war? Da kichert der 96-Jährige: Sicher mehr als 300 Mal, zuerst 1947. Dann erzählt er abenteuerliche Geschichten von Helikopterrettungen, berguntauglichen Wirtschaftsbossen und Männerwetten. Später im Hotel verrät einem Google, dass man neben einer Zermatter Bergführerlegende saß. Man bewahrt sich ihre Worte: "Ihr seid noch jung, ihr könntet das schaffen." Iris Mayer
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