SZ-Kolumne "Mitten in ..."Paparazzi auf Katzenjagd

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Der SZ-Korrespondent in Brüssel hätte so gerne einen Kater. Weil aber seine Wohnung zu klein ist, begnügt er sich mit Katzenfotos - heimlich aufgenommen. Drei Anekdoten aus aller Welt.

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Mitten in ... Brüssel

Illustration: Marc Herold
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Die Sehnsucht nach einer Katze war schon vor dem Umzug da. Doch die Vernunft des Paars siegte: Die Wohnung in Brüssel liegt im zweiten Stock, vom Balkon ist der Hinterhof selbst für Kletterkünstler unerreichbar. In der Pandemie, die in Belgien viel früher zu viel härteren Maßnahmen führte, wird der Wunsch so stark, dass sich das Paar eine Ersatzhandlung sucht. Was es dazu braucht? Detektivisches Gespür und das Handy: Nahezu täglich schickt das Paar sich Fotos von Katzen, die sich auf Fensterbrettern räkeln oder hinter Vorhängen hervorlinsen. Egal, ob der Weg zum Büro, zum Biomarkt oder zur Frittenbude an der Place Flagey führt: Man kennt jene Fenster, hinter denen Katzen wohnen. Riesig die Freude, wenn eine neue entdeckt und dokumentiert wird. Doch der Glücksmoment ist kurz - und nichts im Vergleich zum Gefühl, das ein schnurrender Kater auslöst. Matthias Kolb

Mitten in ... Düsseldorf

Illustration: Marc Herold
Illustration: Marc Herold
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Was machen die beiden Jungen, geschätzt zwischen zwölf und 14 Jahre, auf der Kreuzung vor unserem Haus? Der eine trägt eine Weste mit weißer "SWAT"-Aufschrift, das bedeutet: Special Weapons And Tactics. Dazu schwenkt er wild eine Rot-Weiss-Essen-Fahne. Der zweite trägt über seiner Jeans ein knielanges glänzendes Gewand. Mit einem Seil, das sie an einen Pfeiler gebunden haben, sperren sie die Straße ab, auf der Autofahrer auch gerne schneller als die erlaubten 50 km/h fahren. Frage: "Was macht ihr denn da? Passt auf, das ist echt gefährlich." Genervte Antwort: "Jahaaa." Im Übrigen seien sie ziemlich erfolgreich. "Wir haben gestern 80 Euro eingenommen, davor 50." Tatsächlich: Immer wieder schaffen sie es, Autos und sogar Radfahrer anzuhalten - nicht wenige zahlen den beiden ernsthaft eine Weggebühr. Wofür? Das bleibt ihr Geheimnis. Jana Stegemann

Mitten in ... Andechs

Illustration: Marc Herold
Illustration: Marc Herold
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Ein Spaziergang zu Füßen des Heiligen Bergs, Hauptsache, draußen und mit Alpenblick. Nun noch ein improvisiertes Picknick auf der Parkbank, es gilt, einem Geburtstagskind zu gratulieren. Mehrere Sitzgelegenheiten stehen mit Abstand um den kleinen Platz unterhalb des Klosters Andechs mit seinem berühmten Bräustüberl. Auf fast jeder: rechts und links ein Mensch, dazwischen eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Da heult eine Sirene auf, wenig später jagt ein rotes Einsatzfahrzeug die schmale Zufahrtsstraße hinauf, gefolgt vom großen Löschzug. Feueralarm im Kloster? Kann das sein? Man war doch gerade noch in der Kirche. Oder ist der Konsum verbotener alkoholischer Getränke bei einem der Parkbank-Treffen der Grund für den Einsatz? Kurz darauf machen die Fahrzeuge kehrt, ohne Blaulicht. War wohl doch nur eine Übung. Oder das Bier war aus. Eva Dignös

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