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Italien:Drei Brüder nach Erdbeben auf Ischia gerettet

  • Am Montagabend hat ein Erdbeben der Stärke 4,0 die italienische Mittelmeerinsel Ischia erschüttert.
  • Dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben. Mehrere Personen werden noch vermisst.
  • Aus einem komplett zerstörten Haus hat die Feuerwehr drei kleine Jungen geborgen.

Bei einem Erdbeben am Montagabend auf der italienischen Urlaubsinsel Ischia im Mittelmeer sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Retter entdeckten italienischen Medienberichten zufolge am frühen Dienstagmorgen unter den Trümmern eines Hauses in Casamicciola die Leiche einer Frau. Zuvor wurde in dem Ort bereits eine andere Frau tot geborgen - sie war von den Mauerstücken einer Kirche erschlagen worden.

Ein wenige Monate alter Junge konnte hingegen noch in der Nacht lebend aus den Trümmern eines Hauses geholt werden. Die Menschen applaudierten, als das Kind seiner Mutter übergeben wurde, berichtet die Agentur Ansa. Am Vormittag schafften es die Retter dann, auch seine beiden älteren Brüder zu befreien. Der Vater der Kinder sagte dem Fernsehsender Rai, die Jungen hätten sich während des Bebens in einem Schlafzimmer aufgehalten. Die schwangere Mutter konnte sich nach dem Beben selbst durch ein Fenster retten, dem Vater halfen Einsatzkräfte ins Freie. Insgesamt wurden auf der Insel etwa 39 Menschen verletzt, mehrere werden noch vermisst.

Erdbeben auf Ischia

Zerstörte Häuser, fassungslose Menschen

Das Beben hatte nach jüngsten Angaben des nationalen Geophysik-Instituts eine Stärke von 4,0. Zunächst war die Stärke mit 3,6 angegeben worden. Besonders betroffen waren die Orte Casamicciola und Lacco Ameno. Auf Fotos waren eingestürzte Häuser zu sehen. Touristen und Bewohner seien in Panik auf die Straße gelaufen, berichten italienische Medien. Auch soll teilweise der Strom ausgefallen sein, mehrere Hotels wurden geräumt.

"Es hat alles angefangen zu wackeln, alles ist heruntergefallen (...). Häuser sind eingestürzt. Es gibt Vermisste, ein Chaos", erzählte eine Augenzeugin der Nachrichtenagentur Ansa. "Es ist das Schlimmste, was mir je passiert ist."

Merkel verbringt auf Ischia regelmäßig ihren Osterurlaub

Der Zivilschutz hat ein Sondertreffen einberufen. Ein Krankenhaus auf der Insel wurde evakuiert. Bewohner erzählten, sie würden die Nacht im Freien verbringen. Für sie wurde zum Schlafen ein Fußballstadion geöffnet. Die Behörden stellten noch in der Nacht im Hafen von Ischia und in Casamicciola drei Fähren bereit, um verschreckten Urlaubern und Besuchern ein Verlassen der Insel zu ermöglichen. Die erste Fähre in Richtung Neapel legte bereits in den frühen Morgenstunden ab.

Ischia, eine Insel mit vulkanischem Ursprung, ist vor allem im Sommer sehr beliebt bei Urlaubern. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht dort regelmäßig Osterurlaub. Die Insel liegt in der Nähe der Phlegräischen Felder, die zu den weltweit wenigen Dutzend sogenannten Supervulkanen zählen. Im Jahr 1883 kamen bei einem Beben auf Ischia etwa 2300 Menschen ums Leben. Italien wird immer wieder von teils verheerenden Erdbeben getroffen. Vor einem Jahr, am 24. August, erschütterte ein schweres Beben die mittelitalienische Region um die Stadt Amatrice. 299 Menschen starben.