Józef Wesołowski Mehr als 100 000 Kinderporno-Dateien bei Erzbischof gefunden

Ex-Erzbischof Jozef Wesolowski steht derzeit unter Hausarrest.

(Foto: Luis Gomez/Reuters)

Wegen sexuellen Missbrauchs steht er bereits unter Hausarrest, nun kommt raus: Der ehemalige Nuntius Józef Wesołowski besaß mehr als 100 000 kinderpornographische Fotos und Videos.

  • Auf dem Computer des ehemaligen katholischen Erzbischofs Józef Wesołowski wurden 100 000 kinderpornografische Dateien gefunden.
  • Wesołowski war unter anderem in der Dominikanischen Republik Papst-Botschafter.
  • Im August 2013 wurde er aufgrund des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs seines Amtes enthoben. Er soll sieben Kinder missbraucht haben.
  • Seit wenigen Tagen steht der Erzbischof unter Hausarrest.

Viele Dateien gelöscht

Der ehemalige Erzbischof Józef Wesołowski sammelte Kinder- und Jugendpornografie. Das geht aus einem Bericht der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera hervor. Polizeiermittler sicherten Fotos und Videos von seinem Computer, die der 66-Jährige aus dem Internet heruntergeladen haben soll. Auch auf dem Laptop des Geistlichen wurden entsprechende Bilder gefunden. Neben den 100 000 pornografischen Dateien wurden Spuren von 45 000 gelöschten Fotos entdeckt.

Die Fotos und Videos zeigen Jungen zwischen 13 und 17 Jahren sowie Mädchen bei sexuellen Handlungen. Dem Corriere della Sera zufolge besteht der Verdacht, dass Wesołowski Teil eines internationalen Netzwerkes ist. Der Vatikan suche nun nach Komplizen, die ebenfalls in den Fall verwickelt waren.

Wesołowski legt Berufung ein

Der Vatikan hat den früheren päpstlichen Nuntius bereits am 24. September 2014 wegen schweren Kindesmissbrauchs unter Hausarrest gestellt. Wegen seines Gesundheitszustandes muss er nicht in Haft.

Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 2013 sieben Kindern sexuell missbraucht zu haben, als er in der Dominikanischen Republik Papst-Botschafter war. Aufgrund der Vorwürfe wurde er seines Amtes enthoben. Auch in dem karibischen Staat wurde ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet. Im Juni war der aus Polen stammende Erzbischof in den Laienstand zurückversetzt worden. Dagegen hat der 66-Jährige Berufung eingelegt.

Wesołowski ist der erste hochrangige Kirchenvertreter, der sich wegen Missbrauchsvorwürfen in einem Strafverfahren vor einem vatikanischen Gericht verantworten muss.