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Köln:Feuer im Gericht - Missbrauchsprozess verschoben

Feueralarm Am Landgericht Köln

Feuerwehrwagen stehen vor dem evakuierten Gerichtskomplex in Köln. Das Feuer soll allerdings schon gelöscht sein.

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Jörg L. gilt als zentrale Figur im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach. Wegen eines Brands im Landgericht Köln ist der Prozessbeginn nun auf nächste Woche verschoben worden.

Kurz vor dem geplanten Beginn des Prozesses gegen Jörg L., einen zentralen Verdächtigen im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach, hat es im Kölner Landgericht einen Brandalarm gegeben. Ein Feuer sei im Schaltschrank im Untergeschoss des Landgerichts ausgebrochen, sagte ein Sprecher. Vermutlich wurde der Brand durch einen technischen Defekt augelöst. Bereits Mitte Juni rauschte bei Arbeiten eine tonnenschwere Betonplatte auf ein Saaldach.

Das Feuer wurde vor Eintreffen der Feuerwehr bereits durch Mitarbeiter gelöscht und niemand verletzt. Allerdings gab es bei dem Brand im zweiten Untergeschoss eine erhebliche Rauchentwicklung, der Rauch sei auch in die Vorführzellen eingedrungen, so der Sprecher. Menschen wurden gebeten, das Gebäude zu verlassen.

Um 13 Uhr hatte eigentlich der Prozess gegen den 43-jährigen Jörg L. beginnen sollen. Der Auftakttermin wurde nun auf den kommenden Montag verschoben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem gelernten Koch und Hotelfachmann 79 Taten vor. Jörg L. soll seine eigene Tochter seit ihrem dritten Lebensmonat schwer sexuell missbraucht haben, außerdem die kleine Tochter eines bereits Verurteilten.

Er ist wegen schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern, Besitz und Verbreitung von kinderpornografischen Schriften sowie Vergewaltigung und Verabredung zu einem Verbrechen angeklagt.

Der Deutsche gilt als Schlüsselfigur im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach, der sich mittlerweile auf ganz Deutschland erstreckt. Mehr als 80 Tatverdächtige hat die Polizei bereits ermittelt, 50 Opfer gerettet. Mit Durchsuchungen bei Jörg L. im Herbst 2019 war der ganze Fall ins Rollen gekommen. Inzwischen geht die Polizei von einem riesigen Kindesmissbrauchsnetzwerk aus und verfolgt mehr als 30 000 Spuren.

© SZ/dpa/mpu/jana/afis

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