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Michael Jackson:Ermittlungen gegen Leibarzt

Der Tod Michael Jacksons wird nun offenbar doch als Kriminalfall behandelt. Die Polizei soll bereits gegen seinen Leibarzt Conrad Murray ermitteln.

Erst war Michael Jacksons Leibarzt verdächtig, dann wieder nicht. Jetzt ermittelt die Polizei von Los Angeles nach dem unerwarteten Tod Michael Jacksons doch gegen Conrad Murray, aber auch gegen andere Mediziner, die den Sänger behandelt haben. Wie die Promi-Website TMZ.com unter Berufung auf "mehrere Quellen" bei den Strafverfolgungsbehörden berichtete, deutet die Beweislage darauf hin, dass das Anästhetikum Propofol die Hauptursache von Jacksons Tod war. Der Tod des Sängers werde jetzt als Kriminalfall untersucht, so der Onlinedienst.

Michael Jacksons Tod gibt den Ermittlern Rätseln auf. Gegen den Leibarzt des King of Pop wird jetzt ermittelt.

(Foto: Foto: dpa)

Bereits vor einer Woche hatte der Polizei-Chef von Los Angeles, William Bratton, nicht ausgeschlossen, dass der Popstar ermordet wurde. Es gebe "reichlich starke Beweise" dafür, dass Murray derjenige gewesen sei, der dem Sänger den unter dem Markennamen Diprivan bekannten Wirkstoff verabreicht habe. Jacksons Familie hatte nach dem Tod des 50-Jährigen "unbeantwortete Fragen" über Murrays Rolle in den letzten Stunden des "King of Pop" bemängelt. Die Anwälte des 51-jährigen Arztes erklärten jedoch, ihr Mandant sei von allen Vorwürfen entlastet worden. Laut TMZ.com führte die Polizei von Los Angeles über den Fall Jackson bereits mehrere informelle Gespräche mit der Staatsanwaltschaft. Das Rätselraten um die Todesursache könnte spätestens in einer Woche vorbei sein, ergänzten die New York Daily News.

Der zuständige Gerichtsmediziner in Los Angeles, Ed Winter, erwartet die letzten Ergebnisse der toxikologischen Testreihen noch in diesen Tagen oder Anfang kommender Woche. Die ersten Resultate lägen bereits vor, sagte Winter zu den Laboruntersuchungen. Sie sollen klären, welche Medikamente der King of Pop bei seinem Tod durch Herzversagen am 25. Juni im Körper hatte. Die Polizei war bei ihrer Hausdurchsuchung auf Propofol, Geräte für intravenöse Injektionen und einen Sauerstofftank gestoßen. Das Narkosemittel darf nur von Anästhesisten in Krankenhäusern verabreicht werden.

Inzwischen hat Jacksons langjähriger Hautarzt und Freund, Dr. Arnold Klein, vom Gerichtsmediziner eine zweite Vorladung erhalten. Nach einem Bericht der Los Angeles Times soll Klein wichtige Unterlagen aus der Krankenakte des Sängers herausgeben.

"Weitere medizinische Aufzeichnungen" seien für die Nachforschungen zu den Todesumständen des Popstars notwendig, sagte Craig Harvey von der Gerichtsmedizin der Zeitung. Derzeit forschen die Ermittler danach, aus welchen Apotheken die Propofol-Vorräte stammen. Da jede Flasche mit einer Seriennummer versehen ist, hoffen sie, dem verschreibenden Arzt auf die Spur zu kommen. Die Polizei hat mindestens fünf Mediziner ins Visier genommen, die Jackson behandelt und ihm Medikamente verschrieben haben.