Michael Jackson - Die Todesursache:Herzstillstand durch Propofol

Medikamente als Einschlafhilfe: Aus Ermittlerkreisen sickert die Information, dass Michael Jackson tatsächlich am Narkosemittel Propofol gestorben ist. Leibarzt Conrad Murray soll es ihm gegeben haben.

Gerüchte, Unterstellungen, fragwürdige Informanten - der Anwalt von Jacksons Leibarzt Conrad Murray müht sich, zu erklären, warum sein Mandant zu den erneuten Vorwürfen keine öffentliche Stellungnahme abgeben will. Vorgeworfen wird ihm: Murray soll dem Popstar am Tag seines Todes das starke Betäubungsmittel Propofol als Einschlafhilfe verabreicht haben. Das Online-Portal tmz.com berichtet allerdings, Murray habe zugegeben, dem Sänger Propofol verabreicht zu haben. Murray habe gerade nicht aufgepasst, als das Herz des King of Pop aufgehört habe zu schlagen. Möglicherweise habe der Arzt gerade geschlafen. tmz.com ist allerdings die einzige Quelle dafür, dass Murray sich doch zu dem Vorwurf geäußert haben soll.

Michael Jackson - Die Todesursache: Michael Jackson soll Probleme mit dem Einschlafen gehabt und darum Medikamente genommen haben.

Michael Jackson soll Probleme mit dem Einschlafen gehabt und darum Medikamente genommen haben.

(Foto: Foto: dpa)

Die Nachrichtenagentur AP berichtet nur, aus Ermittlerkreisen in Los Angeles erfahren zu haben, dass Jackson immer wieder das Betäubungsmittel Propofol von Conrad Murray erhalten habe, um einschlafen zu können. Zu diesem Zweck soll das Mittel überhaupt nicht geeignet sein. Propofol wird bei Operationen und Untersuchungen im Krankenhaus als Infusion verabreicht. Der Wirkstoff Propofol ist auch in Deutschland bekannt und unter anderem unter dem Namen Disoprivan im Handel. Es ist ein kurz wirkendes, intravenös verabreichtes Anästhetikum und führt rasch zum Bewusstseinsverlust, der bei üblicher Dosierung vier bis acht Minuten anhält. Im Fall Jackson waren nach dessen Tod Einstichstellen an seinem Körper gefunden worden, die auf intravenöse Verabreichung von Medikamenten oder Drogen hindeuteten.

Die toxikologischen Untersuchungen seien zwar noch nicht abgeschlossen, die Ermittler gingen aber davon aus, dass Propofol zum Herzstillstand bei Jackson geführt habe. Am 25. Juni, dem Todestag des Popstars, habe Murray das Medikament irgendwann nach Mitternacht verabreicht, sagte der anonyme Informant, den AP zitiert. In einem Schlafzimmer Jacksons seien ein Infusionsschlauch und drei Sauerstoffflaschen gefunden worden. Jackson soll schon seit zwei Jahren regelmäßig Infusionen mit Propofol als Einschlafhilfe erhalten haben.

Murray gilt als Schlüsselfigur in den Ermittlungen über die Umstände von Jacksons Tod. Er hatte sich in dessen Haus in Los Angeles aufgehalten und vergeblich versucht, den "King of Pop" wiederzubeleben. Jacksons Schwester LaToya und sein Vater Joe haben schwere Vorwürfe gegen den 51-jährigen Kardiologen erhoben. Jacksons Familie hat nach dessen Tod bemängelt, es gebe noch "offene Fragen" zu Murrays Rolle in den letzten Stunden des King of Pop. In der vergangenen Woche ist Murrays Klinik in Houston in Texas durchsucht worden. Aus Gerichtsunterlagen geht hervor, dass er im Zentrum von Totschlags-Ermittlungen steht.

Murrays Anwalt Edward Chernoff hat erklärt, sein Mandant habe nichts verschrieben oder verabreicht, was zu Jacksons Tod hätte führen können. Weder Chernoff noch Murray äußern sich zu den erneuten Anschuldigungen. In Jacksons Haus waren nach dem Tod des Sängers Propofol und andere Medikamente gefunden worden, woraufhin es Spekulationen über einen möglichen Arzneimittelmissbrauch des Popstars gab.

Der Sender CNN berichtet auf seiner Homepage, dass die Ergebnisse der Autopsie Jacksons noch in dieser Woche veröffentlicht werden. Die Umstände, die zum Tod Michael Jacksons führten, werden von der Polizei in Los Angeles, von der Staatsanwaltschaft und von den Kontrollbehörden für Drogen und Medikamente untersucht.

© AP/AFP/abis/ehr
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB