bedeckt München 19°

Alkoholkonsum in Mexiko:Mindestens 31 Menschen sterben durch gepanschten Schnaps

Verunreinigter Agavenschnaps soll Schuld am Tod von mehreren Mexikanern sein. Die betroffene Gemeinde ruft die Bevölkerung dazu auf, vorerst keinen Alkohol mehr zu trinken.

Nachdem sie verunreinigten Schnaps getrunken haben, sind in Mexiko mindestens 31 Menschen gestorben. 17 der Toten stammten aus der Gemeinde Chiconcuautla im Bundesstaat Puebla, wie die Ortsverwaltung erklärte. Mindestens weitere 14 Tote habe es mutmaßlich ebenfalls wegen gepanschten Alkohols, Mezcal, in den Orten Telixtac und Jonacatepec im an Puebla angrenzenden Bundesstaat Morelos gegeben, teilte der dortige Zivilschutz in einer Mitteilung auf seiner Facebookseite mit.

Die Behörden von Morelos schlossen einem Bericht der Zeitung La Jornada zufolge zudem nicht aus, dass es weitere Opfer wegen des gepanschten Schnapses geben könnte. Der Alkohol sei heimlich verkauft worden, da in den Gemeinden wegen der Corona-Krise derzeit Alkoholverbot herrsche. Die Symptome der Opfer seien unter anderem Bauchschmerzen, Atemnot und Erblindung gewesen, zitierte die Zeitung den Zivilschutz. Sie hätten den Schnaps mutmaßlich während Feierlichkeiten am Sonntag, dem Muttertag, und Montag zu sich genommen.

Die Gemeinde Chiconcuautla erklärte angesichts der Todesfälle einen Gesundheitsnotstand. Sie rief die Bevölkerung dazu auf, vorerst keine alkoholischen Getränke mehr zu konsumieren oder zu verkaufen. Wer am vergangenen Wochenende Refino - eine in kleinen Mengen destillierte Art Agavenschnaps - getrunken und Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle habe oder sich übergeben müsse, solle sich sofort in die nächstgelegene Klinik begeben. Die genaue Ursache der Todesfälle werde noch untersucht.

Chiconcuautla ist eine indigen geprägte, arme Gemeinde von rund 17 000 Einwohnern. Sie liegt in einer gebirgigen Region rund 200 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt.

© SZ/dpa/lot

SZ Plus
Alkohol
:Das letzte Glas

Vom fröhlichen Trinken zur Sucht: An den Folgen von Alkoholismus zerbrechen zahlreiche Partnerschaften und Familien. Ernüchternde Fakten über eine unterschätzte Droge.

Essay von Christina Berndt

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite