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Mexiko:Riesiger Krater tut sich in Feld auf

Das Erdloch hat bereits die Größe eines Fußballfeldes und breitet sich stetig aus. Inzwischen gefährdet es ein nahestehendes Haus. Geologen untersuchen das Phänomen.

Auf einem Feld in Zentralmexiko hat sich aus bislang ungeklärten Gründen ein massiver Krater aufgetan. Das mit Wasser gefüllte Loch vergrößere sich weiter, sagte der Generalkoordinator des lokalen Zivilschutzes, José Antonio Ramírez. Das einzige Haus in der Nähe, das direkt am Kraterrand in der kleinen Ortschaft Santa María Zacatepec nahe der Stadt Puebla, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats, steht, sei gefährdet. Die Ursache werde nun untersucht.

Die Hausbewohner, Magdalena Xalamihua und ihre Familie, hatten am Samstag ein lautes Geräusch gehört. "Wir dachten erst, es seien Raketen, aber wir schauten auf die Straße und sahen, wie die Erde sich bewegte und Wasser in Wellen herauskam", zitiert El País Xalamihua. "Wir rannten nach draußen." Nach einem Rundgang über das Feld entdeckte sie ein Erdloch mit fünf Metern Durchmesser. Inzwischen messe der Krater bereits 97 Meter auf 78 Meter, sagte Ramírez der Radiosendung Aristegui Noticias. Das entspricht in etwa der Größe eines Fußballfeldes. Die geschätzte Tiefe des Lochs beträgt rund 20 Meter.

Die Behörden haben das Gebiet weitläufig abgesperrt, da der Krater und das Haus am Abgrund bereits dutzende Schaulustige anziehen. Magdalena Xalamihua und ihre Familie sind erst vor einem Jahr hierhergezogen und warten nun darauf, dass ihr Zuhause gerettet wird.

Dass sich das Loch auftut, war womöglich nur eine Frage der Zeit

Der Gouverneur von Puebla, Miguel Barbosa, war zwar noch nicht vor Ort, sprach aber bereits von einer "Angelegenheit von enormem Risiko". Es handele sich um eine geologische Verwerfung, der mit Technologie und äußerster Vorsicht begegnet werden muss, sagte Barbosa laut El País. Geologen der Autonomen Universität Puebla untersuchen das Phänomen bereits. Einen Bericht wollen sie erst in 30 Tagen vorlegen.

Nach Angaben des Nationalen Zivilschutzes könnten unterirdische Wasserströme in dem lockeren Boden den Krater verursacht haben. El País zitiert einen Geologen, der den Krater für ein natürliches Phänomen hält: "Solche Verwerfungen können bereits seit 5000 oder 10 000 Jahren im Innern der Erde existieren und später aktiv werden." Die Natur müsse nur einen Impuls geben, um sie an die Oberfläche zu bringen. Solche Phänomene träten früher oder später in Zonen auf, in denen der Boden in ständiger Bewegung ist.

In der Nähe des Ortes, rund 120 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt, liegt der Vulkan Popocatépetl. In der Erde befinden sich Ablagerungen von Asche und feinen Vulkanfragmenten. Außerdem könnte ein Erdbeben im Jahre 2017 den Boden nachhaltig beeinträchtigt haben.

© SZ/dpa/jbee/saul/jsa
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