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Mexiko:Drogenbande baut eigene Panzer

Die Drogenkartelle in Mexiko rüsten auf: Soldaten haben in Tamaulipas mit dicken Stahlplatten gepanzerte Fahrzeuge entdeckt. In Coahuila stießen die Ermittler zudem auf 1314 verkohlte Knochenstücke.

Eine berüchtigte mexikanische Drogenbande hat sich gepanzerte Fahrzeuge für den Drogenkrieg im Norden des Landes gebaut. Soldaten entdeckten in einer Lagerhalle des Golf-Kartells im Bundesstaat Tamaulipas zwei Panzer Marke Eigenbau, wie aus Militärkreisen verlautete. In einem kleinen Dorf fanden Ermittler zudem mehr als 1300 Knochenstücke mutmaßlicher Opfer des Drogenkriegs.

Diesen Panzer Marke Eigenbau haben Soldaten im Lager einer Drogenbande gefunden.

(Foto: AP)

Die Soldaten waren bei einem Einsatz in der Stadt Ciudad Camargo auf eine Gruppe bewaffneter Männer getroffen, wie ein Militärsprecher sagte. Bei der Schießerei wurden zwei der Männer getötet, zwei weitere versteckten sich in der Lagerhalle. Dort entdeckten die Soldaten später die beiden Fahrzeuge, die mit zweieinhalb Zentimeter dicken Stahlplatten gepanzert waren. Zwei weitere Panzer waren demnach noch im Bau, 23 weitere standen zur Panzerung bereit.

Die Drogenbanden nutzen die Eigenbau-Panzer, die in Mexiko "Monster" genannt werden, im Kampf gegen verfeindete Kartelle und zum Schutz von Drogenlieferungen. Sie halten nach Militärangaben schwerem Maschinengewehrfeuer stand und können nur mit Panzerabwehrwaffen zerstört werden. Im Mai hatten Polizisten bei einem Einsatz gegen das Drogenkartell Los Zetas ein gepanzertes Gefährt entdeckt, das 20 Insassen Platz bietet.

Im Norden Mexikos kämpfen rivalisierende Drogenkartelle um die Schmuggelrouten in die USA. Im Bundesstaat Tamaulipas liefern sich das Golf-Kartell und die Bande Los Zetas seit vergangenem Jahr einen besonders brutalen Kampf. Los Zetas wurde von früheren Elitesoldaten gegründet, die in den neunziger Jahren desertierten, um für das Golf-Kartell zu arbeiten. Heute bekämpfen die Mitglieder von Los Zetas ihre ehemaligen Bosse.

In dem Dorf Guerrero entdeckten die Ermittler zudem in etwa 20 Gruben insgesamt 1314 verkohlte Knochenstücke, wie die Staatsanwaltschaft des nördlichen Bundesstaates Coahuila erklärte. Zudem hätten sie etwa 60 Patronenhülsen aus großkalibrigen Waffen, Kleidungsstücke, Münzen und Teile von Armbanduhren geborgen.

Coahuila grenzt an die Bundesstaaten Durango und Tamaulipas, wo seit Anfang April insgesamt 409 Leichen in Massengräbern gefunden wurden. Seit der mexikanische Präsident Felipe Calderón bei seinem Amtsantritt Ende 2006 den mächtigen Drogenbanden des Landes den Kampf angesagt hatte, sind etwa 37.000 Menschen ums Leben gekommen.

© AFP/afis/hü

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