Häusliche Gewalt Alle zwei bis drei Tage wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex getötet

Nach einer BKA-Statistik wurden im vergangenen Jahr 139 000 Menschen von aktuellen oder ehemaligen Partnern misshandelt oder bedroht. Familienministerin Giffey sagt: "Das Problem geht durch alle gesellschaftlichen Schichten."

Die Zahlen sind schockierend: Alle zwei bis drei Tage ist 2017 im Schnitt eine Frau in Deutschland von ihrem Partner oder Ex-Partner umgebracht worden. Das berichtet der Spiegel. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf Angaben des Bundeskriminalamts. Demnach seien im vergangenen Jahr etwa 139 000 Menschen von aktuellen oder ehemaligen Partnern misshandelt, gestalkt oder bedroht worden. In vier von fünf Fällen waren die Opfer weiblich. 147 Frauen wurden laut BKA getötet.

Die Verdächtigen waren demnach in knapp 68 Prozent der Fälle deutsche Staatsbürger. "Das Problem geht durch alle gesellschaftlichen Schichten und alle ethnischen Hintergründe", sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) dem Spiegel. Die Einzelberichterstattung zeichne oft ein anderes Bild: "Wenn man die Zeitung liest, hat man manchmal das Gefühl, nur Flüchtlinge und Migranten verprügeln und töten ihre Frauen, weil diese Fälle immer ganz groß dargestellt werden." Die Zahl der Toten nannte sie "in einem modernen Land wie Deutschland eine unvorstellbare Größenordnung". Die Ministerin wird die Statistik am Dienstag in Berlin vorstellen.

2016 waren 109 000 Frauen als Opfer partnerschaftlicher Gewalt erfasst worden - also etwa 5000 weniger als im darauffolgenden Jahr. Den Anstieg erklärte Giffey mit neuen Kategorien, die gezählt werden. "Rechnet man die heraus, ist der Anteil nahezu stabil", sagte sie. So seien etwa Freiheitsberaubung, Zwangsprostitution und Zuhälterei in die Kriminalstatistische Auswertung aufgenommen worden.

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