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US-Grenzmauer:Unmöglich? Nicht für Bergsteiger

FILE PHOTO: U.S. President Trump visits a section of the U.S.-Mexico border wall in Otay Mesa

Donald Trump an der US-Grenzmauer in Otay Mesa, Kalifornien. Neulich in San Diego behauptete er, dass diese Konstruktion "nicht zu besteigen" sei.

(Foto: Tom Brenner/Reuters)

US-Präsident Donald Trump preist die geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko als "unbesteigbar"- und fordert so ein paar Kletterer aus Kentucky heraus.

"Challenge Accepted!" So antworten die Amerikaner jedem, der behauptet, dass eine Aufgabe nicht zu schaffen sei. Es gehört zur DNA dieses Landes, das Unmögliche als Herausforderung zu begreifen, ob es um den Verzehr möglichst vieler Hot Dogs geht oder um die Ankündigung des damaligen Präsidenten John F. Kennedy im Mai 1961, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond zu schicken. Als der aktuelle US-Präsident Donald Trump kürzlich beim Besuch der Mauer an der amerikanisch-mexikanischen Grenze in San Diego behauptete, dass diese Konstruktion "nicht zu besteigen" sei, da antworteten Kletterer im Bundesstaat Kentucky: "Challenge Accepted!"

"Man sagt einem Bergsteiger nicht, dass etwas unmöglich zu erklimmen sei", sagt Rick Weber, Gründer des Kletterparks Muir Valley. Er hat eine Nachbildung jenes Mauerstücks gebaut, vor dem Trump gestanden und behauptet hatte, dass 20 Profi-Bergsteiger daran gescheitert seien: "Wir waren verblüfft, weil niemand in der Kletterszene von diesen 20 Leuten gehört hat, die sich an der Mauer versucht haben sollen." An diesem Wochenende nun sollen die Teilnehmer beim sogenannten "Rocktoberfest" versuchen, so schnell wie möglich auf die andere Seite zu kommen".

Eine Achtjährige stand in weniger als einer Minute ganz oben

Donald Trump hat schon einige Dinge gesagt, die nicht gestimmt haben - nun geht es um eines seiner zentralen Wahlversprechen. Er hat im Februar den nationalen Notstand ausgerufen, das Verteidigungsministerium soll 6,1 Milliarden Dollar umverteilen, damit etwa 475 Kilometer Mauer gebaut werden können.

Die Nachbildung, die Weber gebaut hat, sieht aus wie ein rostiger, in den Boden gesteckter Grobkamm und ist, so wie die echte Mauer, sechs Meter hoch. An manchen Abschnitten soll Trumps Mauer zwar sogar zehn Meter in die Höhe ragen, allerdings lediglich durch die Verlängerung der Säulen, die massive Platte, die am oberen Ende der Säulen aufmontiert ist, hat stets dieselbe Größe.

Die acht Jahre alte Lucy Hancock hat die nachgebildete Konstruktion bereits am Mittwoch bezwungen: In weniger als einer Minute stand sie ganz oben. Sie kletterte jedoch seitlich an der Platte vorbei, das dürfte bei der echten Mauer nicht möglich sein. Weber glaubt, dass ein mindestens 1,78 Meter großer Mensch die Platte ohne größere Probleme überwinden kann. Dass das möglich ist, soll der Wettbewerb am kommenden Wochenende beweisen.

Weber hat kein Preisgeld ausgelobt - warum auch? Die wahre Belohnung ist viel besser: Es geht darum, die präsidiale Herausforderung anzunehmen - und darum, Trump nicht durch die mitunter mühselige und kleinteilige Recherche von Fakten als Lügner zu entlarven, sondern durch ein kurzweiliges Video, das Millionen Menschen auf der ganzen Welt im Internet betrachten können.

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