Massaker in Las Vegas Freundin des Todesschützen von Las Vegas sah keine Anzeichen für Gewalttat

  • Die Lebensgefährtin des Todesschützen von Las Vegas hat vor dem FBI ausgesagt.
  • In einer Erklärung gibt sie an, dass Stephen Paddock nichts gesagt oder getan habe, das als Warnung zu interpretieren gewesen sei.
  • Zum Tatzeitpunkt war Marilou Danley auf den Philippinen. Paddock hatte ihr die Reise bezahlt und ihr später Geld überwiesen.

Die Freundin des Las-Vegas-Schützen Stephen Paddock hat jegliche Mitwisserschaft an der Tat zurückgewiesen. Marilou Danley habe keine Ahnung gehabt, dass ihr Lebensgefährte ein Massaker plane, sagte ihr Anwalt, Matthew Lombard.

Die 62-jährige Danley war am Dienstag von den Philippinen in die USA zurückgekehrt und vom FBI in Los Angeles verhört worden. Paddock hatte ihr vor der Tat einen Betrag von 100 000 Dollar auf die Philippinen überwiesen. Danley habe mit dem Geld nicht gerechnet, erklärte ihr Anwalt. Sie habe sich zunächst über das Geld gefreut, weil sie damit ein Haus für ihre Familie habe kaufen wollen. Später habe sie Sorgen gehabt, Paddock wolle die Beziehung mit ihr beenden.

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Danley bekräftigte, Paddock habe zu ihr nie etwas gesagt oder getan, das sie als "Warnung" habe verstehen können, "dass so etwas Schreckliches passieren würde". Vor zwei Wochen habe Paddock dann ein Flugticket für sie gebucht, um ihre Verwandten in den Philippinen besuchen zu können. "Wie alle Philippiner im Ausland war ich begeistert, nach Hause zu fahren und meine Familie und Freunde zu sehen", berichtete die Frau.

"Liebevoller, stiller Mann"

"Ich habe Stephen Paddock als freundlichen, liebevollen, stillen Mann gekannt", heißt es in Danleys Erklärung. "Ich habe ihn geliebt und hatte auf eine ruhige Zukunft mit ihm zusammen gehofft", fügte die 62-Jährige hinzu.

Danley steht derzeit nicht im Verdacht, in die Planungen ihres Partners für den Anschlag eingeweiht oder gar daran beteiligt gewesen zu sein. Als Mutter und Großmutter fühle sie mit allen, die geliebte Menschen verloren hätten, hieß es in der Erklärung.

Bei dem Massaker des 64-Jährigen waren am Sonntag mindestens 59 Menschen, inklusive des Schützen selbst, ums Leben gekommen und fast 500 verletzt worden. Zuvor war noch von mehr als 500 Verletzen die Rede gewesen, aufgrund der zunächst unübersichtlichen Lage nach der Tat, musste die Polizei die Zahl der Opfer aber mehrmals korrigieren.

Bereits früher Hotelzimmer angemietet

Sheriff Joseph Lombardo erklärte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, dass es angesichts der umfangreichen Vorbereitungen des Täters klar sei, dass dieser den Angriff gründlich geplant und möglicherweise auch Unterstützung durch einen Komplizen hatte. Bislang habe die Polizei aber noch keinen Verdächtigen identifiziert.

Lombardo sagte weiter, dass in Paddocks Auto 1600 Schuss Munition und mehrere Behälter mit etwa 50 Pfund explosiven Materials gefunden worden seien. Es gebe noch keine Hinweise darauf, was der 64-Jährige mit dem Sprengstoffmaterial geplant hatte.

Auch zum Anschlag selbst gab der Sheriff neue Details bekannt. Der Schütze hatte demnach eine Kamera im Türspion angebracht. Ob und was diese aufgenommen hatte, teilte Lombardo zunächst nicht mit. Der Sheriff sagte, der erste Schuss sei um 22.05 Uhr gefallen, der letzte zehn Minuten später. Auch in seinem Zimmer hatte Paddock Überwachungskameras aufgestellt, die dem Sheriff zufolge aber nichts aufgenommen hatten.

Paddock habe zudem ein Hotelzimmer bereits während eines anderen Musikfestivals zwischen dem 22. und 24. September angemietet gehabt. Beim "Life is Beautiful"-Festival traten Chance the Rapper, Muse, Lorde und Blink 182 auf. Paddock hatte ein Zimmer im Ogden Hotel angemietet, das sich gegenüber der Konzertfläche befindet.

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