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Massaker an Schule in Newtown:"Das Schlimmste, was wir je erlebt haben"

Der Lehrer Theodore Varga hält mit Kollegen eine Konferenz. "Es war ein wunderbarer Tag", sagt er. Alle seien fröhlich gewesen. Am Vorabend hatten die Viertklässler ein Konzert gegeben. Dann fielen plötzlich die Schüsse. "Ich kann mich nicht einmal erinnern wie viele", sagt Varga.

Irgendjemand hat die Lautsprecheranlage eingeschaltet, sodass jeder im Gebäude hören kann, was geschieht. "Man konnte die Hysterie hören", schildert Varga. "Wer auch immer das getan hat, er hat eine Menge Menschen gerettet", sagt er über das Einschalten der Lautsprecheranlage.

Kaitlin Roig ist mit ihren Erstklässlern in einem Klassenraum, als es los geht. Sie reagiert umgehend und schickt ihre 15 Schüler in das kleine Badezimmer, das sie mit einem Regal verbarrikadiert. "Seid absolut ruhig", weist sie die Kinder an. "Das sind böse Leute draußen. Wir müssen warten, bis die guten kommen." Die Schüler reagierte unterschiedlich: Einige haben Angst, wollen nach Hause, andere sind neugierig, was vor den Zimmern geschieht. Lanza schießt in zwei Klassenräumen um sich. 20 Kinder fallen seinem Wahn zum Opfer, sechs Lehrkräfte werden getötet.

Polizei feuert keinen einzigen Schuss ab

Wann die Schießerei endet und sich Lanza selbst tötet, ist unklar. Die Nachrichtenagentur dapd meldet, dass schon um 9.38 Uhr ein Funkspruch bei der Polizei mit der Nachricht eingeht: "Die Schießerei scheint aufgehört zu haben. Es ist ruhig. Die Schule ist abgeriegelt." Laut New York Times dauert es fast eine Stunde länger, bis um 10.30 Uhr das Morden ein Ende nimmt und die Polizei den Tod von Adam Lanza feststellt. Die Einsatzkräfte finden seine Leiche in einem Klassenraum. Der 20-Jährige hat sich selbst getötet. Kein Polizist feuerte einen Schuss ab.

Als die Polizei eintrifft, durchsucht sie das Gebäude Raum für Raum und bringt Schüler und Lehrer in Sicherheit. Die Beamten weisen die Kinder an, sich die Augen zuzuhalten und an den Händen zu nehmen, damit sie das Grauen nicht sehen müssen. Draußen warteten bereits zahlreiche Eltern auf ihre Kinder. Viele vergeblich.

In der Nacht ist der Tatort an der Sandy-Hook-Elementary-School mit den Leichen abgesperrt. Es beginnt eine "gewaltige Untersuchung", wie es ein Polizeisprecher ausdrückt. Derzeit gibt es kein offizielle Liste mit den Namen der getöteten 20 Kinder und sechs Erwachsenen, die in der Schule starben.

Amerika steht nach der Gräueltat unter Schock, Politiker suchten verzweifelt nach Worten. Präsident Obama sagte, derartige Tragödien passierten zu häufig in den USA. Er deutete vage die Notwendigkeit an, gegen die lockeren Waffengesetze vorzugehen.

Noch immer können die Behörden wenig über die Motive der Tat sagen. Niemand weiß bislang, warum Adam Lanza, der selbst als guter Schüler galt, die Morde beging. Insgesamt starben 28 Menschen, eine Frau wurde verletzt.

"Das ist das Schlimmste, was wir hier in der Stadt je erlebt haben", sagte Lieutenant George Sinco von der Newtown Police. Auch der Gouverneur von Connecticut, Dan Malloy, zeigte sich tief betroffen: "Das Böse hat heute unsere Gemeinde heimgesucht."

Mit Material von dapd und AFP

© Süddeutsche.de/rela/jasch

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