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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Des Rülpsers Lösung

(Foto: Hollie Adams/Bloomberg)

Eine US-Firma verkauft eine Maske, die die Ausdünstungen aufstoßender Kühe einfängt. Eine Erfindung mit Potenzial - auch für menschliche Rindviecher.

Von Felicia Klinger

Vom Döner über Leberkässemmeln bis zum Kohleintopf. Beobachtet man einen Menschen beim Verzehr eines dieser Gerichte, bleiben einem noch etwa 30 Minuten. Dann sollte man fliehen, bevor die Magengase die Speiseröhre wieder hinaufklettern und sich mit einem leisen Rülpser im Zimmer ausbreiten. Wie gerne würde man in solchen Momenten den pubertierenden Bruder, die schamlose Uroma oder den eigentlich besten Freund aus dem Zimmer werfen. Oder zumindest die Maskenpflicht auf private Räume ausweiten.

Solche Masken gegen Rülpser will der US-amerikanische Lebensmittelgigant Cargill verkaufen, wie das Unternehmen kürzlich mitteilte. Allerdings nicht in den Betriebskantinen, sondern in Kuhställen. Grasige Rinderrülpser riechen zwar nicht so unangenehm wie die von menschlichen Karnivoren, aber sie enthalten Methan. Das Gas ist nicht ganz unschuldig an der Erderwärmung. Die Rülpsmaske wird den Kühen wie ein kleiner Schild vor die Nase gehängt. In der Plastikscheibe befinden sich solarbetriebene Ventilatoren, die die Rülpser einsaugen und zu einem Filter leiten, der das Methan in weniger schädliches Kohlenstoffdioxid verwandelt.

Noch erkennt die Parfumindustrie nicht, was für ein revolutionäres Produkt hier entwickelt wurde. Rülpser könnten in Eau de Toilette transformiert werden: Aus Omas Kohl-Atem wird ein Hauch von 4711, und das Döner-Aroma des Teenies verwandelt sich in Axe Dark Temptation. Bald wird die Mode-Avantgarde ihre "Burp-Shields" mit Glitzersteinchen und politischen Slogans bekleben, während die Boomer sich noch im Alphabet-Rülpsen messen.

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© SZ/nas
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