Marseille Zweite Leiche in Trümmern von eingestürztem Haus entdeckt

Polizei und Feuerwehr an der Unglücksstelle in der Innenstadt von Marseille.

(Foto: Gerard Julien/AFP)
  • Nach dem Einsturz mehrerer Gebäude in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille haben Rettungskräfte zwei Todesopfer geborgen.
  • Mehrere Menschen werden noch vermisst.
  • Neben dem Schicksal von mehreren Hausbewohnern ist nach Behördenangaben auch das von zwei Passanten ungewiss.

Einen Tag nach dem Einsturz von zwei Wohnhäusern im Zentrum von Marseille haben Rettungskräfte zwei Leichen aus den Trümmern geborgen. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Es soll sich demnach um eine Frau und einen Mann handeln. Noch immer werden Menschen unter den Trümmern vermutet. Innenminister Christophe Castaner, der sich am Unglücksort über die Lage informieren ließ, sprach von "wenig Optimismus angesichts der Situation".

Neben dem Schicksal von mehreren Hausbewohnern ist nach Behördenangaben auch der Verbleib von zwei Passanten ungewiss, die unmittelbar vor dem Unglück von einer Videokamera auf der Straße gefilmt worden waren - möglicherweise sind auch sie verschüttet worden.

In der Innenstadt von Marseille waren am Montagmorgen zwei mehrstöckige Gebäude eingestürzt, eines davon soll baufällig und nicht mehr bewohnt gewesen sein. Am Abend zerstörten Einsatzkräfte dann ein drittes Gebäude, das einzustürzen drohte. In einer Häuserreihe der Rue d'Aubagne, im ersten Arrondissement der Hafenstadt, klafft ein Loch, dort wo zuvor die Gebäude mit den Hausnummern 63 und 65 standen, wie die Regionalzeitung La Provence berichtet. In der Straße parkende Autos sind mit Staub und Schutt bedeckt. Dutzende Anwohner anliegender Wohnungen wurden in Sicherheit gebracht.

"Das Gebäude brach innerhalb weniger Sekunden in einem Stück zusammen", sagte ein Anwohner des Viertels im Gespräch mit La Provence. Demnach sei bekannt gewesen, dass eines der Gebäude einsturzgefährdet gewesen sei: "Letzte Woche kamen Feuerwehrleute und blockierten die Straße für zwei Stunden wegen der Gefahr des Zusammenbruchs, aber dann passierte überhaupt nichts", sagte der 26-jährige Student. Auch der Sender Franceinfo hatte unter Berufung auf die Bürgermeisterin des betroffenen Viertels berichtet, dass eines der beiden Gebäude nicht bewohnt gewesen sei, weil es baufällig war. Das italienische Außenministerium teilte mit, dass auch eine Italienerin unter den Vermissten sei.

Die Feuerwehr wurde am Montagmorgen gegen neun Uhr zur Unglücksstelle gerufen. Auch Suchhunde waren im Einsatz. Bevor die Einsatzkräfte nach Opfern suchen konnten, mussten zunächst die benachbarten Gebäude abgestützt werden. Einige Dutzend Personen waren aus Sicherheitsgründen aus ihren Häusern gebracht worden.

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