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"March for our Lives":Diese Demo stiftet Hoffnung

Markell Merritt

Schüler demonstrieren in Las Vegas

(Foto: AP)

Junge Amerikaner protestieren gegen die Waffenpest in ihrem Land. Bei den anstehenden Wahlen könnten sie Stimmung in Stimmen umsetzen.

Kommentar von Reymer Klüver

Die Tränen, die brechenden Stimmen, die aufwühlenden Appelle, endlich etwas gegen die Waffenpest zu tun: Die Proteste junger Menschen in den USA am Wochenende haben die Welt bewegt. Zu Hunderttausenden waren sie auf der Straße, sind in Bussen quer durchs Land nach Washington gekommen. Das alles weckt Erinnerungen an die Macht der Kundgebungen der Bürgerrechtler, die in den Sechzigerjahren Amerika verändert haben.

Werden auch diese jungen Demonstranten die USA verändern? Kurzfristig ganz gewiss nicht. Die Republikaner und mit ihnen die Waffenlobby haben die Mehrheit im Kongress. Gerade hat das US-Parlament ein neues Haushaltsgesetz verabschiedet, das nicht einen Cent für neue Waffengesetze vorsieht.

Aber die Empörung gerade bei jungen Amerikanern ist groß. Für die Generation Z , also die Jahrgänge seit etwa 1995, ist das beherrschende Thema nicht Terror, nicht die Abscheu vor dem Rassismus oder die Wut auf steigende Uni-Gebühren. Das Anliegen ihrer Generation ist vielmehr die Angst vor der Waffengewalt.

Die Generation Z und die Millennials, die 20- bis 35-Jährigen, stellen zusammen fast die Hälfte der US-Bevölkerung. Sie sind in ihrer übergroßen Mehrheit für deutlich schärfere Waffengesetze - und für Politiker bei den Demokraten, die dafür eintreten. Diese Wähler könnten bei der Kongresswahl im Herbst Stimmung in Stimmen umsetzen. Nach den eindrucksvollen Demos besteht Hoffnung, dass sich in Amerika tatsächlich etwas ändert.

© SZ.de/bbr

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