Mannheim:Mann stirbt nach Polizeikontrolle

Lesezeit: 1 min

Mannheim: Die Spurensicherung am Tatort, an dem ein Mann bei einer Polizeikontrolle kollabiert war.

Die Spurensicherung am Tatort, an dem ein Mann bei einer Polizeikontrolle kollabiert war.

(Foto: René Priebe/dpa)

Ein Arzt hatte die Polizei verständigt und mit zwei Beamten nach seinem 47-jährigen Patienten gesucht. Bei der Kontrolle brach der Mann zusammen und starb im Krankenhaus. Genauere Umstände des Vorfalls sind noch unklar.

Nach einer Polizeikontrolle in Mannheim ist ein Mann gestorben. Seine Leiche wurde für weitere Untersuchungen beschlagnahmt, wie die Staatsanwaltschaft Mannheim und das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg in Stuttgart mitteilten.

Den Angaben zufolge hatten zwei Beamte den 47-Jährigen am Montag gegen Mittag in der Nähe des Marktplatzes überprüft. Gegen die Kontrolle habe er sich zur Wehr gesetzt und sei daraufhin von den Polizisten überwältigt worden. Plötzlich sei der Mann kollabiert und habe wiederbelebt werden müssen. Er starb im Krankenhaus.

Demonstranten werfen Polizei rassistische Gewalt vor

Über das genaue Geschehen lagen zunächst nicht viele Details vor. Wie die Behörden mitteilten, hatte ein Arzt des Zentralinstituts für seelische Gesundheit Mannheim die Polizei über den 47-Jährigen informiert. Der Mann sei sein Patient und benötige Hilfe. Die beiden Beamten und der Arzt machten sich daraufhin auf die Suche nach dem Mann, bis sie ihn in der Innenstadt entdeckten. Bei der Kontrolle hätten die Beamten "unmittelbaren Zwang" angewandt, hieß es. Details dazu nannten Staatsanwaltschaft und LKA nicht.

Warum der Mann plötzlich zusammenbrach, war nach ersten Erkenntnissen unklar. Die Beamten und der Arzt begannen sofort mit Erster Hilfe. "Herbeigerufene Rettungskräfte versorgten den Bewusstlosen und brachten ihn in die Universitätsklinik Mannheim", hieß es.

Mannheim: Auf dem Marktplatz haben sich Menschen zu einem Protest gegen Polizeigewalt versammelt. Ob der Vorfall tatsächlich einen rassistischen Hintergrund hat, ist derzeit noch unklar.

Auf dem Marktplatz haben sich Menschen zu einem Protest gegen Polizeigewalt versammelt. Ob der Vorfall tatsächlich einen rassistischen Hintergrund hat, ist derzeit noch unklar.

(Foto: René Priebe/dpa)

Nach dem Vorfall kamen nach Angaben eines Polizeisprechers am Abend etwa 100 bis 150 Menschen auf dem Marktplatz zusammen. Linke Gruppen forderten in sozialen Medien Aufklärung. Im Internet kursierten Videos, auf denen der Vorfall zu sehen sein soll. Darauf schlägt ein Beamter dem Mann gegen den Kopf. Demonstranten warfen der Polizei auf Schildern rassistische Gewalt vor.

Das LKA schrieb auf Twitter: "Um Falschmeldungen vorzubeugen, es handelt sich bei dem Verstorbenen NICHT um einen türkischen Staatsbürger." Welche Nationalität der Mann hatte, wurde nicht mitgeteilt. Ein LKA-Sprecher war für Nachfragen zunächst nicht zu erreichen. Die Polizei äußerte sich nicht zu dem Vorfall. Das LKA hat die Ermittlungen - insbesondere zum Verlauf des Polizeieinsatzes - übernommen. Wann mit weiteren Erkenntnissen gerechnet werden kann, blieb zunächst unklar.

Zur SZ-Startseite

Polizei
:"Der Schusswaffengebrauch ist die Ultima Ratio"

In Deutschland greifen Polizisten selten zur Waffe. Zugleich ist die Polizeiarbeit in den vergangenen Jahren schwieriger geworden, sagt Jörg Radek von der Gewerkschaft der Polizei.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB