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Mafia-Morde von Duisburg:Mehrere Festnahmen nach Mafia-Morden

In Neuss, Oberhausen und Italien hat die Polizei mindestens vier Männer im Zusammenhang mit den Mafia-Morden von Duisburg festgenommen. Die Männer sind vermutlich Angehörige verfeindeter Mafia-Clans.

Vier Monate nach den Mafia-Morden von Duisburg sind in Deutschland und Italien mindestens vier Personen festgenommen worden. Zwei Festnahmen habe es auf ein Rechtshilfeersuchen der italienischen Behörden hin in Neuss und Oberhausen gegeben, teilte die Duisburger Polizei am Dienstag mit. Zwei weitere Verdächtige wurden laut einer Meldung der italienischen Nachrichtenagentur ANSA am Dienstag in Italien gefasst.

Trauer in Duisburg nach den Morden (Archivbild von August)

(Foto: Foto: dpa)

Die Aktion stehe unter anderem im Zusammenhang mit dem Mord an sechs Italienern in Duisburg. In der Nacht zum 15. August waren diese in der Duisburger Innenstadt in der Nähe des Restaurants "Da Bruno" regelrecht hingerichtet worden.

Die Polizei vermutet hinter der Bluttat einen Mafiakrieg zwischen rivalisierenden Clans. In dem blutigen Streit wurden bereits mehr als ein Dutzend Menschen getötet. Die Festgenommenen seien wahrscheinlich Angehörige der rivalisierenden Familien.

Derweil laufe die Fahndung nach dem 29-jährigen Giovanni S. weiter, der hinter dem Blutbad von Duisburg mit sechs Toten Mitte August stecken soll. Er soll bei den Bossen seines Clans in Kalabrien Schutz gesucht haben.

Die am Dienstag in San Luca Festgenommenen werden beschuldigt, Menschen ermordet, mit Waffen gehandelt und einer kriminellen Vereinigung im Mafia-Stil angehört zu haben. Sie stehen nach den ersten Angaben allerdings nicht unter Verdacht, an der Tat in Duisburg beteiligt gewesen zu sein.

San Luca gilt als Hochburg der kalabrischen Mafia, die 'Ndrangheta- genannt wird. In der idyllisch an der Spitze des italienischen Stiefels gelegenen 4200-Seelen-Gemeinde tobt seit 1991 eine blutige Fehde zwischen zwei verfeindeten Mafia-Familien. Auch fünf der Mordopfer von Duisburg stammten aus San Luca. Die italinische Polizei wollte um 11.00 Uhr bei einer Pressekonferenz über details informieren.

© AP/dpa/AFP/bavo/dmo
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