Mafia in Italien Pate geht ins Netz

Nach fast zwei Jahrzehnten auf der Flucht ist einer der meistgesuchten Mafia-Bosse gefasst worden. Die Beamten schlugen im Süden des Landes zu.

Italienischen Mafiajägern ist im Süden des Landes erneut ein Großschlag gegen die Mafia geglückt. Spezialeinheiten der Polizei von Reggio Calabria ging am Montagabend der seit 17 Jahren flüchtige Giovanni Tegano ins Netz, wie italienische Medien am Dienstag berichteten. Der 70-jährige Boss der kalabrischen Mafia "N'drangheta" wurde gemeinsam mit fünf weiteren Personen in einer Wohnung festgenommen.

Der seit 17 Jahren flüchtige Giovanni Tegano ging der Polizei ins Netz.

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Einer Studie zufolge machte seine Organisation 2007 schätzungsweise 44 Milliarden Euro Umsatz mit Drogen- und Waffenhandel, Prostitution und Erpressungen.

Tegano galt als einer der wichtigsten Bosse der "N'drangheta" und wurde vom italienischen Innenministerium auf der Liste der 30 gefährlichsten gesuchten Verbrecher geführt. Er muss in Italien eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes absitzen. Außerdem werden ihm die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Waffenhandel und andere Delikte vorgeworfen. Innenminister Roberto Maroni begrüßte den Erfolg als "härtesten Schlag, der die N'drangheta in diesem Moment treffen konnte".

Mitte des Monats war es den Ermittlern gelungen, den Camorra-Boss Nicola Panaro zu fassen. Der 41-Jährige zählte ebenfalls zu den 30 gefährlichsten flüchtigen Mafiosi. Ende März hatte die Polizei zudem zwölf mutmaßliche Mitglieder des Casalesi-Clans gefasst.