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Mafia in Italien:"Jung, gefährlich, ehrgeizig, gnadenlos"

Die italienische Polizei nimmt zwei flüchtige Mafia-Bosse fest. Einer von ihnen soll bereits mit 28 Jahren die Nummer zwei der Cosa Nostra geworden sein.

Der italienischen Polizei ist ein doppelter Schlag gegen die Spitze der sizilianischen Mafia gelungen. Wie Innenminister Roberto Maroni mitteilte, nahmen Beamte am Samstag in Palermo den seit 2006 flüchtigen Gianni Nicchi fest, der als Nummer zwei der Cosa Nostra gilt. Er ist laut Maroni ein "junger, gefährlicher, ehrgeiziger und gnadenloser Killer". Zudem nahm die Polizei in der Mailänder Innenstadt einen weiteren flüchtigen Mafioso fest.

Der 28-jährige Gianni Nicchi nach seiner Festnahme.

(Foto: Foto: dpa)

Laut Ministerpräsident Silvio Berlusconi handelt es sich um die "Nummern zwei und drei der Cosa Nostra". Er bezeichnete die Festnahmen als die "beste Antwort auf die Verleumdungen" gegen seine Person. Damit bezog er sich auf die Aussagen des abtrünnigen Mafioso Gaspare Spatuzza, der am Freitag schwere Vorwürfe gegen Berlusconi erhoben hatte.

Der 28-jährige Nicchi wurde in einem Apartment in Palermo gestellt. Er versuchte laut Medienberichten zu fliehen. Im vergangenen Jahr war er von einem Gericht in Abwesenheit wegen Erpressung zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Nicchi stieg laut Ermittlern nach der Verhaftung des Cosa-Nostra-Bosses Salvatore Lo Piccolo vor wenigen Jahren rasch an die Spitze des Verbrecherklans auf.

Bei einem Spaziergang durch Mailand wurde unterdessen der seit zwei Jahren flüchtige Mafioso Gaetano Fidanzati gefasst. Der 74-Jährige gilt als der Anführer eines wichtigen Zweigs der Cosa Nostra in Palermo.

Laut Innenminister Maroni sind damit in den vergangenen Monaten 17 der 30 meistgesuchten Verbrecher Italiens gefasst worden. Ganz oben auf der Liste steht Matteo Messina Denaro, der nach Ansicht der Polizei inzwischen der oberste Boss der Cosa Nostra ist.