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Madrid:Spanair-Jet flog offenbar mit technischen Mängeln

Tage nach der Katastrophe berichten spanische Medien, dass der Unglücksflieger schon drei Tage mit abgeschaltetem Umkehrschub flog.

Acht Tage nach der Flugzeugkatastrophe in Madrid sind neue technische Mängel an der verunglückten Spanair-Maschine bekannt geworden. Spanischen Medienberichten zufolge war der Jet vom Typ MD-82 vor dem Absturz insgesamt drei Tage lang mit einem abgeschalteten Umkehrschub-Mechanismus geflogen.

Luftverkehr

Flugkatastrophen der letzten Jahre

Ein Fehler beim Umkehrschub gilt bisher als eine mögliche Ursache des Absturzes. Wie die spanische Presse am Donnerstag berichtete, ist der Mechanismus an einem der beiden Triebwerke der MD-82 bereits am 17. August aufgrund technischer Probleme blockiert worden.

Am 20. August stürzte die Maschine unmittelbar nach dem Start vom Madrider Flughafen ab. 154 Menschen starben bei dem Unglück, 18 Insassen überlebten mit teilweise schweren Verletzungen.

Experten wiesen darauf hin, dass der Ausfall des Umkehrschubs an einem Triebwerk als "geringfügiger Mangel" eingestuft werde, der nicht sofort behoben werden müsse. Die Schubumkehr dient bei der Landung als zusätzliche Bremse. Sie trägt dazu bei, die Bremsen an den Fahrwerken zu entlasten und den Bremsweg zu verkürzen.

Zuvor waren bereits andere Mängel an der Unglücksmaschine bekanntgeworden. Im Juli hatte ein Pilot Geräusche am vorderen Fahrwerk bemerkt. Unmittelbar vor dem Absturz in Madrid war ein Startversuch wegen Problemen mit einem Temperaturfühler abgebrochen worden.

Bei der Untersuchung der Absturzursache gehen die Experten auch der Hypothese nach, dass eines der beiden Triebwerke auf Umkehrschub gestellt war. Dabei war nach Presseberichten jedoch unklar, ob es sich um das Triebwerk handelte, bei dem dieser Mechanismus abgeschaltet war, oder um das Triebwerk mit intakter Schubumkehr.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Trauerfeier für die Opfer des Spanair-Absturzes auf den 11. September verschoben werden muss. Der Grund sind Verzögerungen bei der Identifizierung der Opfer. Das teilte die Erzdiözese in Madrid mit. Nach Angaben des Innenministeriums wurden bisher 126 Tote identifiziert. Ursprünglich sollte die Trauerfeier am 1. September stattfinden.