bedeckt München 15°

Spanien:Heftige Explosion erschüttert Madrid

Zerstörtes Gebäude nach einer Explosion in Madrid 2021

Ein zerstörtes Gebäude am Toledo-Platz in Madrid. Daran angrenzend ein Seniorenwohnheim und eine Schule.

(Foto: Andrea Comas/AP)

Ein mehrstöckiges Gebäude im Zentrum wird zerstört. Ursache soll ein Gasleck gewesen sein. Die Zahl der Toten hat sich auf vier erhöht.

Von Karin Janker, Madrid

Es war eine Explosion an einem neuralgischen Punkt der spanischen Hauptstadt: Am Mittwochnachmittag gegen 15 Uhr hat eine Explosion ein mehrstöckiges Gebäude in Madrid weitgehend zerstört. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der Puerta de Toledo, einem Platz im Zentrum der Metropole, der Knall war kilometerweit zu hören. Das betroffene Gebäude, ein Wohn- und Bürogebäude für katholische Priester, wurde fast vollständig zerstört, von der Fassade blieb lediglich ein Gerippe zurück.

Mindestens vier Menschen kamen ums Leben. Ein Priester, der bei der Detonation am Vortag schwere Verbrennungen erlitten hatte, sei im Krankenhaus gestorben, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf die Behörden am Donnerstag. Am Mittwoch waren bereits ein Techniker gestorben, der eine Heizung reparieren sollte, sowie zwei weitere Menschen vor dem Gebäude. Mindestens zehn weitere Menschen waren verletzt worden.

Direkt neben dem zerstörten Gebäude befinden sich eine Seniorenresidenz sowie eine Schule. Der Schulhof war mit Trümmern übersät. José Luis Martínez-Almeida, Bürgermeister von Madrid, bezeichnete es als "wahrhaftiges Wunder", dass offenbar keine Schüler durch den Vorfall zu Schaden kamen. Nach einer witterungsbedingten Pause nach dem Wintersturm Filomena hatte am Mittwoch an Madrids Schulen der Unterricht wieder begonnen.

Die Ursache sei ein Gasleck gewesen, teilte das Innenministerium mit

Ursache für das Unglück sei vermutlich ein Gasleck gewesen, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Zu dem Zeitpunkt seien am Heizkessel des Unglücksgebäudes Wartungsarbeiten durchgeführt worden. Augenzeugen berichteten im Fernsehen von zwei Explosionen in kurzer Folge. "Trümmerteile flogen durch die Luft", erzählte eine Nachbarin im Fernsehen.

Feuerwehr und Polizei rückten mit zahlreichen Einsatzfahrzeugen an, ein Hubschrauber sowie Drohnen der Polizei kreisten über der Explosionsstelle. Noch am frühen Mittwochabend schlugen Flammen aus der Fassade. Das Haus sei so stark beschädigt, dass es abgerissen werden müsse. Die Arbeiten hätten am Donnerstag begonnen, berichtete RTVE. Die Bewohner des Seniorenwohnheims sowie weiterer benachbarter Gebäude waren von den Einsatzkräften in Sicherheit gebracht worden.

© SZ/nas
Zur SZ-Startseite
Coronavirus - Österreich

Corona-Lockdown
:Die Erfahrungen in Europa ähneln sich

Während in der ersten Pandemiewelle die Infektionszahlen durch harte Maßnahmen meist schnell sanken, bleiben sie nun hoch - gleichzeitig wächst die Unzufriedenheit.

Von Karin Janker, Madrid, Cathrin Kahlweit, Wien, und Nadia Pantel, Paris

Lesen Sie mehr zum Thema