Lübcke-AttentatWir sind doch nur Freunde

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Drei Geständnisse hat Stephan Ernst (2.v.l.) bisher abgelegt. Jedes Mal unter Tränen, jedes mal war der Tatverlauf anders. Das Gericht glaubt ihm schon lange nicht mehr.
Drei Geständnisse hat Stephan Ernst (2.v.l.) bisher abgelegt. Jedes Mal unter Tränen, jedes mal war der Tatverlauf anders. Das Gericht glaubt ihm schon lange nicht mehr. Alex Grimm / dpa

Es geht im Lübcke-Prozess schon seit einiger Zeit nicht mehr nur um die Schuld des Hauptangeklagten, sondern um seinen ehemals besten Freund, der vor ihm sitzt: eiskalt und lächelnd.

Von Annette Ramelsberger

Man muss sich vorstellen, dass die Witwe jeden Tag wieder aus dem Fenster über die Wiese schaut, von der aus ihr Mann über Jahre beobachtet, ausgespäht, anvisiert wurde. Man muss sich vorstellen, dass der Sohn vor die Haustür tritt im Bewusstsein, dass dort der Täter lauerte. Und man muss sich vor Augen führen, dass vor dem Haus der Familie die Terrasse liegt, auf der Walter Lübcke erschossen worden ist an jenem 1. Juni 2019. An seinem Lieblingsplatz, in seinem Lieblingsstuhl, ins Smartphone vertieft. Gerade wollte er für sich und seine Frau noch eine kleine Reise buchen. Die Kugel traf ihn aus eineinhalb Metern Entfernung, quer durch den Kopf.

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