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London:Klinik veröffentlicht Namen Hunderter HIV-Patienten

Eine Klinik in London hat Namen von 780 Patienten in einem Newsletter veröffentlicht. Grund war wohl ein Versehen.

Eine Londoner Klinik für sexuelle Gesundheit hat die Namen von 780 Patienten veröffentlicht. Das berichtet die britische Zeitung The Guardian. Viele der Betroffenen sind HIV-positiv.

Die Klinik in der Dean Street wollte offenbar einen Newsletter per E-Mail an ihre Patienten verschicken. Dabei wurde die Liste mit Namen und E-Mail-Adressen aller Betroffenen mitgesendet. Ein Sprecher der Klinik sagte dem Guardian, es handele sich bei dem Fehler um menschliches Versagen. Der verantwortliche Mitarbeiter sei zutiefst bestürzt. Die britische Aidshilfe forderte zügige Aufklärung.

Liste gleich zwei Mal versendet

Dem Gesundheitsportal beyond positive zufolge passierte der Fehler sogar zwei Mal. Auf die erste E-Mail mit besagtem Newsletter folgte eine zweite, die die Empfänger dazu aufforderte, den Newsletter zu löschen. Wieder wurde die Liste aller Namen und E-Mail-Adressen im Adressfeld nicht unkenntlich gemacht.

Service-Hotline eingerichtet

Innerhalb weniger Stunden nach dem Vorfall habe die Klinik eine Service-Hotline für ihre Patienten eingerichtet. Eine dritte E-Mail erreichte die Patienten wenig später: "Ich schreibe Ihnen, um mich zu entschuldigen. Heute Morgen gegen 11.30 Uhr haben wir Ihnen die neueste Ausgabe unseres Newsletters geschickt. Dieser geht normalerweise an Einzelpersonen. Unglücklicherweise haben wir die heutige E-Mail an eine Gruppe von Personen versandt. Dafür entschuldigen wir uns", steht dort. Verfasst wurde die Nachricht von Alan McOwan, dem Leiter des Krankenhausverbandes, zu dem auch die 56-Dean-Street-Klinik gehört.

Wenn sich die Datenschutzbehörde des Vereinigten Königreiches, das Information Commissioner's Office, dem Fall annimmt, erwarte die Verantwortlichen laut Guardian eine Strafe von bis zu 500 000 Pfund - etwa 680 000 Euro.

© SZ.de/dpa/tamo/mikö/rus
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