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Sudan:Tierschützer fordern Hilfe für abgemagerte Löwen

Der Afrikanische Löwe wird von der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) als "gefährdete" Art eingestuft.

(Foto: AFP)
  • Im Sudan läuft eine Kampagne, um stark unterernährte Löwen zu retten.
  • Die Tiere sind in einem Park in Sudans Hauptstadt Khartum untergebracht.
  • Den Angaben von Tierschützern nach brauchen sie nicht nur Nahrung, sondern auch medizinische Versorgung.

Eine Löwin kauert sich im Schatten ihres Geheges zusammen. An den hinteren Tatzen scheint sie Verletzungen zu haben, ihre Hüftknochen ragen sichtbar unter ihrem Fell hervor. Es sind verstörende Bilder, die gerade aus einem Tierpark im Sudan um die Welt gehen. Fünf abgemagerte Löwen sind darauf zu sehen. Sie liegen ausgelaugt auf dem Betonboden ihres Käfigs oder wirken, als könnten sie sich gerade so auf den Beinen halten. Mitarbeiter des Parks sagten, einige der Löwen hätten fast zwei Drittel ihres Körpergewichts verloren. Mindestens eines der Tiere ist bereits gestorben.

Osman Salih, eigenen Angaben nach IT-Experte und Unternehmer, sah die Löwen im Al-Qureshi-Park in Khartum, der Hauptstadt der Republik Sudan. Unter dem Hashtag #Sudananimalrescue startete er vor vier Tagen auf Facebook und Twitter eine Kampagne, um die Tiere zu retten. "Ich war erschüttert, als ich diese Löwen im Park sah", schreibt er dort. "Ich fordere interessierte Menschen und Institutionen auf, ihnen zu helfen."

Doch das ist im Sudan gerade gar nicht so einfach. Das Land leidet unter einer schwereren Wirtschaftskrise, Devisen sind knapp, Nahrungsmittel teuer. "Futter ist nicht immer verfügbar, deshalb kaufen wir es oft von unserem eigenen Geld, um die Löwen zu füttern", zitiert der englischsprachige Dienst der Nachrichtenagentur AFP einen Manager des Parks. Die Einrichtung wird von der Stadt Khartum verwaltet, zum Teil aber auch von privaten Spendern finanziert.

Afrikanische Löwen sind gefährdete Tierart

"Das Problem ist nicht nur das Futter, sondern vor allem, dass die Tiere einer detaillierten und speziellen Behandlung bedürfen, um sie von Infektionen und Problemen zu befreien, die möglicherweise durch befallenes Fleisch und schlechte Ernährung verursacht werden", schreibt Salih weiter in einem Post. Inzwischen habe er erfahren, dass die Umstände in anderen Tierparks ähnlich gravierend seien. Er hoffe, auch für diese Einrichtungen etwas tun zu können.

In Khartum jedenfalls scheint der Aufruf des Tierfreundes bereits etwas gebracht zu haben. In einem weiteren Post berichtet er von guten Gesprächen mit den Behörden, von Menschen, die Futter spendenden und wichtiger Medizin, die gekauft werden konnte.

Es ist unklar, wie viele Löwen im Sudan leben, aber einige befinden sich im Dinder-Park an der Grenze zu Äthiopien. Der Afrikanische Löwe wird von der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) als "gefährdete" Art eingestuft. Die Population sank zwischen 1993 und 2014 um 43 Prozent. Heute leben nur noch rund 20 000 Löwen in freier Wildbahn.

© SZ.de/jael/lot
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