LissabonZahl der Toten nach Standseilbahnunglück steigt auf 17

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Polizisten inspizieren die Stelle, an der die Standseilbahn „Elevador da Glória“ verunglückt ist.
Polizisten inspizieren die Stelle, an der die Standseilbahn „Elevador da Glória“ verunglückt ist. Armando Franca/AP/dpa

Unter den Opfern ist auch mindestens ein Deutscher. Warum die historische Standseilbahn „Elevador da Glória“ entgleiste, ist bislang ungeklärt. Experten vermuten, dass ein Seil gerissen sein könnte.

Die Zahl der Todesopfer nach der Entgleisung der historischen Standseilbahn Elevador da Glória in Lissabon ist auf 17 gestiegen. Am Mittwochabend sprachen portugiesische Behörden zunächst von 15 Toten und 23 Verletzten. Zwei der Verletzten, die zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht wurden, erlagen später ihren Verletzungen.

Unter den Toten ist laut Berichten portugiesischer Medien auch ein deutscher Vater. Seine Frau sei bei dem Unfall schwer verletzt worden, das Kind des Paares habe leichte Verletzungen davongetragen und befinde sich derzeit in der Obhut der Behörden. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte, dass von dem Unglück auch Deutsche betroffen sind. Über die Anzahl gebe es noch keine verlässlichen Angaben. Es ist zu erwarten, dass unter den Toten und Verletzten mehrere ausländische Touristen sind.

Polizei und Feuerwehrleute am Unfallort.
Polizei und Feuerwehrleute am Unfallort. Patricia de Melo Moreira/AFP

Das Unglück ereignete sich am Mittwoch kurz nach 18 Uhr Ortszeit (19 Uhr MESZ). Der Elevador da Glória war mit vielen Insassen auf dem Weg nach unten, als er plötzlich von den Schienen abkam, die Straße mit lautem Getöse hinunterrutschte und seitlich gegen ein Gebäude unweit des Platzes Praça dos Restauradores krachte.

Die Ursache für das Unglück ist bislang unbekannt. Experten vermuten, dass ein Seil gerissen sein könnte und vielleicht auch noch die Bremsen versagt haben. Vorwürfe, die Instandhaltung der Bahn sei womöglich nicht gut genug gewesen, wies der Betreiber, die Lissabonner Verkehrsgesellschaft Carris, zurück. „Die monatlichen und wöchentlichen Wartungsprogramme sowie die tägliche Kontrolle werden sorgfältig durchgeführt“, hieß es in einem Bericht. Portugiesischen Medienberichten zufolge soll der Wartungsvertrag mit einer externen Firma Ende August ausgelaufen und die Ausschreibung für einen neuen Vertrag im selben Monat abgesagt worden sein.

Die Polizei untersucht den Unfallort.
Die Polizei untersucht den Unfallort. Armando Franca/AP

Die Stadtverwaltung von Lissabon ließ den Betrieb aller drei Standseilbahnen aussetzen und ordnete sofortige Inspektionen an. Die portugiesische Kriminalpolizei nahm Ermittlungen auf. Sie sei mit mehreren Beamten vor Ort gewesen, berichtete der Sender SIC Notícias.

Die Stadtverwaltung von Lissabon ließ den Betrieb aller drei Standseilbahnen aussetzen.
Die Stadtverwaltung von Lissabon ließ den Betrieb aller drei Standseilbahnen aussetzen. Armando Franca/AP/dpa

Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa bedauerte den Unfall „zutiefst“ und forderte, dass der Vorfall „rasch von den zuständigen Stellen aufgeklärt“ werde. „Portugal trauert“, sagte Bürgermeister Carlos Moedas dem TV-Nachrichtensender SIC Notícias. Es sei vor allem für die Stadt Lissabon „tragisch, ein schrecklicher Abend“. Moedas rief eine dreitägige Trauer aus. Portugals Ministerpräsident Luís Montenegro sagte alle seine Termine erst einmal ab. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sprach den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus.

Der Elevador da Glória wurde im Jahr 1885 eröffnet und ist eine der drei historischen Standseilbahnen Lissabons. Er verbindet den zentralen Platz Praça dos Restauradores mit dem höher gelegenen Stadtteil Bairro Alto. Die Bahn ist heute in erster Linie eine Touristenattraktion, sie wird aber auch von vielen Einheimischen benutzt, denen die Strecke zu Fuß zu steil ist.

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