ProzessAnatomie eines Suizids

Lesezeit: 6 Min.

Roman M. vor Gericht in Wels. Bei seiner Zeugenaussage sagt er, dass er Kellermayrs Suizid bedauert – und spricht dann hauptsächlich über sein eigenes Leid.
Roman M. vor Gericht in Wels. Bei seiner Zeugenaussage sagt er, dass er Kellermayrs Suizid bedauert – und spricht dann hauptsächlich über sein eigenes Leid. Werner Kerschbaummayr/AFP

Können Hasskommentare einen Menschen dazu treiben, sich das Leben zu nehmen? Im Fall der österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr hat das Gericht den Angeklagten freigesprochen. Im Prozess wurde deutlich: Eine Selbsttötung geschieht nicht im luftleeren Raum.

Von Moritz Geier und Verena Mayer, Wels

Lisa-Maria Kellermayr war, das sagen alle, die mit ihr zu tun hatten, eine außergewöhnliche Hausärztin. Sie legte sich für ihre Patienten ins Zeug, war oft auf Fortbildungen und kümmerte sich „aufopferungsvoll wie eine Schwester“ um ihre Mitarbeiterinnen, wie eine Kollegin erzählt. Gleichzeitig machte Kellermayr der typische Alltag einer Hausärztin zu schaffen. Lange Arbeitstage, Patienten, die sich beschwerten, hohe Schulden nach der Übernahme ihrer Praxis in einem Touristenort im Salzkammergut.

Zur SZ-Startseite

Suizide
:„Wenn man den Eindruck hat, jemand könnte an Suizid denken, sollte man immer danach fragen“

Der Fall der Ärztin Lisa-Maria Kellermayr wirft die Frage auf: Kann der Absender von Hassbotschaften zur Verantwortung gezogen werden, wenn sein Adressat sich das Leben nimmt? Ein Suizidforscher erklärt, warum die Justiz sich damit schwertut – und was das richtige Vorgehen ist, wenn jemand gefährdet wirkt.

SZ PlusInterview von Moritz Geier

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: