Limburg nach Tebartz Was wird aus dem kostspieligen Schnickschnack

Wer jemals glaubte, die Limburger Dinge ließen sich in ein paar Monaten richten, irrte. Grothe richtet sich darauf ein, länger an der Lahn zu bleiben. Im kleinen Kreis habe er selbst gesagt, dass die Vorbereitungen für die Wahl eines neuen Bischofs wohl frühestens im Herbst 2015 beginnen könnten, erzählen Leute, die mit den Dingen vertraut sind. Bis dahin muss er selbst herkulische Arbeiten leisten.

So muss er eine Antwort auf die heikle Frage finden, was künftig aus dem Bischofssitz werden soll, der Anlage mit Privatkapelle, Privatwohnung mitsamt allerlei kostspieligem Schnickschnack. Vielleicht könnte es ein Begegnungszentrum werden, sagt Sprecher Schnelle. Vielleicht aber auch nicht.

Priester und Angestellte werfen Franz-Peter Tebartz-van Elst vor, sie als Limburger Bischof gedemütigt zu haben.

(Foto: Imago/epd)

Denn etliche Mitarbeiter weigern sich, wie es heißt, das Haus zu betreten, in denen sie von Tebartz oder dessen Leuten einst geschurigelt wurden. Der Ton muss sehr rau gewesen sein. Die Art und Weise, wie Tebartz und der inzwischen ebenfalls ausgeschiedene Generalvikar Franz Kaspar mit Priestern und Angestellten umgegangen seien, "war nicht nur verletzend, es war demütigend", beschreibt der Limburger Gemeindepfarrer Hubertus Janssen, inzwischen im Ruhestand, die einstige Lage. Die Erinnerungen blieben in den Köpfen. "Man kann sich aus dem Schmerz lösen, aber vergessen kann man das nicht", sagt der gebürtige Niederländer.

Das Bistum hat ein Sorgentelefon eingerichtet

Die teure Immobilie ist für viele Gläubige zum Inbegriff der Katastrophe geworden. Thomas Schüller, einst Referent des allseits geschätzten Tebartz-Vorgängers Franz Kamphaus und nun Professor für Kirchenrecht in Münster, sagt: "Sie sollte erhalten bleiben, als Mahnmal dafür, wie Menschen sich verirren können, offen für Besuchergruppen, die sehen, wohin ein überzogenes Amtsverständnis führt." Dem neuen Bischof würde er, Schüller, freilich nicht raten, diese Wohnung zu beziehen.

Nichts wäre für Limburg schlimmer als ein neuer Streit. Denn der alte Zwist ist längst nicht beigelegt, etliche Mitarbeiter von Tebartz sind noch immer im Amt. Das Bistum hat ein Sorgentelefon eingerichtet, seit Montag dieser Woche können geistliche und weltliche Mitarbeiter anonym ihre Erfahrungen schildern.

Eine solche Hotline sei schön und gut, sagt Priester Janssen. Aber es seien noch zu viele Akteure in ihren Ämtern, die vom Tebartz'schen Wirken profitiert, ihn unterstützt, zumindest aber toleriert hätten. Ohne Versöhnung, so sagt Janssen, könnten die Wunden nicht heilen. Aber richtig sei auch: "Ohne Gerechtigkeit kann es keine Versöhnung geben."