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Liliane Bettencourt:Frankreichs reichste Frau wird entmündigt

Die Milliardärin Liliane Bettencourt soll nicht mehr für sich selbst entscheiden dürfen: Das zuständige Gericht hat im erbitterten Streit zwischen der 88-jährigen L'Oréal-Erbin und ihrer Tochter dem ältesten Enkel die Vormundschaft übertragen.

Die 88-jährige L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt wird entmündigt. Das teilten die Anwälte Bettencourts und ihrer Tochter Françoise Bettencourt-Meyers nach einer Entscheidung eines französischen Vormundschaftsgerichts am Montag in Courbevoie bei Paris mit. Der Anwalt der 88-Jährigen sagte, Bettencourt soll einen gesetzlichen Betreuer erhalten. Die Anwälte ihrer Tochter und Prozessgegnerin Françoise Bettencourt-Meyers bestätigten die Informationen.

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Liliane Bettencourt am 12. Oktober: Exil oder Vormundschaft?

(Foto: AFP)

Die alte Dame wird demnach unter Vormundschaft ihres ältesten Enkels Jean-Victor Meyers gestellt. Die Verwaltung ihres Vermögens werde der Tochter und den zwei Enkeln übertragen.

Nach Medienberichten soll die betagte Frau dement sein. Ärzte hatten in einem Gutachten festgestellt, dass die Milliardärin unter Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen leide.

Bettencourt hatte am Sonntag für den Fall einer Vormundschaft damit gedroht, auszuwandern. Ihre Tochter Françoise Bettencourt-Meyers versucht seit langem, sie für unmündig erklären zu lassen. Beide Frauen hatten sich über die Medien heftige Auseinandersetzungen geliefert.

In dem Interview äußerte sich die Mutter erneut giftig: "Wenn sich meine Tochter um mich kümmert, werde ich ersticken. Wenn sie es werden soll, dann gehe ich!" Auf die Frage, ob sie dabei an die Schweiz denke, meinte sie: "Nein, ich fahre nicht mehr so oft Ski."

"Ich bin flexibel, sie ist statisch"

Nur kurz schienen die Wogen geglättet: Ein im vergangenen Jahr erzieltes Abkommen, nach dem beide auf rechtliche Schritte gegeneinander verzichten wollten, wurde kürzlich gebrochen. Die Tochter warf ihrer Mutter vor, sich von ihren Vertrauten instrumentalisieren zu lassen. Die alte Dame empfahl ihrer Tochter daraufhin per Zeitungsinterview den Gang zum Psychiater.

In ihrem jüngsten Interview betont Liliane Bettencourt: "Das ganze Problem rührt daher, dass sie (ihre Tochter) gerne an meiner Stelle wäre." Sie sei jedoch boshaft und ihr exaktes Gegenteil. "Was sie an mir stört, ist zu sehen, wie ich körperlich und geistig flexibel bleibe - sie dagegen ist statisch."

Bettencourt verfügt nach Schätzungen des US-Magazins Forbes über ein Vermögen von etwa 16 Milliarden Euro. Die 88-Jährige sitzt noch immer im Verwaltungsrat des Kosmetikkonzerns L'Oréal.

© sueddeutsche.de/dpa/AFP/grc/leja

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