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Libanon:Helfer in Beirut geben Suche nach Vermisstem auf

Eine Nachbarin beobachtet am Freitag die Suche der Rettungskräfte.

(Foto: AP)

Einen Monat nach der Explosionskatastrophe hatten Rettungskräfte gehofft, noch einen Überlebenden unter den Trümmern zu finden. Sieben Menschen werden noch vermisst.

Das Wunder von Beirut ist ausgeblieben: Nach mehreren Tagen des Hoffens und Bangens haben die Rettungskräfte in Libanon keine Hoffnung mehr, einen weiteren Überlebenden der Explosionskatastrophe zu finden. Unter den Trümmern eines eingestürzten Hauses gebe es "aus technischer Sicht" keine Anzeichen für Leben mehr, sagte der Leiter des chilenischen Rettungsteams "Topos" ("Maulwürfe"), Francisco Lermanda. Rettungskräfte seien durch einen Tunnel in das Gebäude gestiegen. Es könne ausgeschlossen werden, dass dort jemand sei.

Die fieberhafte Suche nach einem Verschütteten hatte am Donnerstag begonnen - fast einen Monat nach der verheerenden Explosion im Hafen. Die chilenischen Retter waren zunächst überzeugt davon, mit Ortungsgeräten und ihrem Suchhund "Flash" Hinweise auf einen Überlebenden gefunden zu haben. Stück für Stück räumten die Einsatzkräfte vor allem mit Schaufeln und Händen die Trümmer weg. Weil das Gebäude weiter einzustürzen drohte, kamen sie nur langsam voran. Allerdings schwand die Hoffnung nach und nach immer mehr, da die Retter keine weiteren Hinweise auf einen Überlebenden finden konnten. Am Samstagabend kletterten zwei Mitglieder des chilenischen Teams durch einen Tunnel in das Innere des Gebäudes, ohne etwas zu entdecken. Unter den Trümmern könnte noch ein Toter sein, sagte Lermanda, 95 Prozent des Gebäudes seien aber überprüft worden.

Bei der Explosion von fast 3000 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen von Beirut wurden am 4. August 191 Menschen getötet und fast 6500 verletzt. Der Hafen und große Teile der umliegenden Wohngebiete wurden massiv zerstört. Bis zuletzt wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums noch sieben Menschen vermisst.

Viele Libanesen feierten die chilenischen Retter und ihren Suchhund in den vergangenen Tagen als Helden und kritisierten zugleich die eigene Regierung, weil an der Stelle nicht früher gesucht worden war. Die Trümmer hätten sofort nach der Explosion beseitigt werden müssen, weil das Gebäude stark zerstört worden sei, sagte der beteiligte Ingenieur Assad. "Das Bizarre dieser ganzen Geschichte ist, dass wir einen Hund brauchten, um den Schutt wegzuräumen. Wir haben nichts gemacht. Der Hund hat sich über das ganze System lustig gemacht."

© SZ/dpa/AP/aner

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