Lesbische Bedienung in New Jersey Trinkgeld-Segen mit Verspätung

Wegen ihres "lesbischen Lebensstils" gibt eine Besucherin in New Jersey einer 22-Jährigen kein Trinkgeld. Etliche Unterstützer holen das nach und spenden insgesamt mehr als 2000 Euro.

Eine lesbische Kellnerin? Für eine Restaurantbesucherin in New Jersey Grund genug, das Trinkgeld zu verweigern. Im Internet löst der Vorfall Betroffenheit aus - und Bedienung Dayna Morales erhält mit etwas Verzögerung einen mehr als angemessenen Lohn.

Dayna Morales kann kaum glauben, was ihr bei ihrem Job in einem asiatischen Restaurant widerfahren ist: Wegen ihres "lesbischen Lebensstils" verweigert ihr eine Besucherin das Trinkgeld. Morales macht ihrem Ärger im Internet Luft - und darf sich jetzt nicht nur über Solidaritätsbekundungen freuen, sondern auch über einen Trinkgeld-Ersatz in beträchtlicher Höhe.

Morales arbeitet als Kellnerin in Bridgewater, New Jersey. Als sie eine vierköpfige Familie bedienen will und sich mit "Dayna" vorstellt, ist die Mutter am Tisch überrascht - sie habe Dayna eher für einen Dan, einen Mann, gehalten. Grund genug für die Eltern, der 22-Jährigen anschließend das Trinkgeld zu verweigern. Auf die Rechnung schreibt die Mutter: "Es tut mir leid, ich kann Ihnen kein Trinkgeld geben, denn ich halte nichts von der Art, wie Sie leben."

Beleidigt, wütend und verletzt

Die Kellnerin reagiert entsetzt auf den Vorfall. Auf der Facebook-Seite des Blogs "Have a Gay Day" schreibt sie: "Nie in einer Million Jahren dachte ich, dass so etwas passieren würde." Sie fühle sich beleidigt, sei wütend und verletzt. Auch, weil die Frau ihren Kindern ein falsches Verhalten vorlebe. Mit dem Lebensstil der Mutter und der Art ihrer Erziehung sei Morales auch nicht einverstanden, aber das habe sie die Frau nicht spüren lassen. In einem Video des amerikanischen Fernsehsenders CNN sagt sie, sie mache einfach nur ihren Job und dieser habe nichts mit ihrer sexuellen Orientierung zu tun.

Im Internet löst Morales mit der Veröffentlichung der Rechnung Betroffenheit aus: Tausende Nutzer - darunter zahlreiche Heterosexuelle, die sich für die Ignoranz der Mutter entschuldigen - solidarisieren sich auf Facebook mit der 22-Jährigen. Fast 10.000 Menschen klicken unter dem Foto den Gefällt-mir-Button, mehr als 5000 Mal wird der Beitrag kommentiert. In einem Kommentar bedankt sich die Kellnerin für die Unterstützung der Nutzer.

Nachträgliches Trinkgeld wird zur Spende

Das Trinkgeld, das Morales an diesem Abend verwehrt wurde, bekam sie in ungeahntem Ausmaß zurück. Die Familie zahlte 93,55 Dollar für ihr Essen. In den USA sind fünfzehn bis zwanzig Prozent Trinkgeld üblich. Nachdem Morales die Rechnung veröffentlichte, erhielt sie mehr als 2000 Dollar Spenden, wie CNN schreibt. "Von überall auf der Welt haben die Menschen mir Trinkgeld geschickt, um ihre Unterstützung zu signalisieren. Das waren Spenden aus Deutschland bis Südafrika, Australien bis Großbritannien, San Diego, überall", sagte Morales zu dem Nachrichtensender.

Mit dieser Resonanz hatte Morales nicht gerechnet. "Ich wollte die Menschen nur darüber informieren, dass das nicht ok war", sagte sie CNN und erklärte: "Ich habe das nicht gemacht, um Geld zu bekommen, das war nicht geplant. Ich wollte nur meinem Ärger Luft machen." Statt das Geld zu behalten, will Morales den Betrag nun dem "Wounded Warrior Project" spenden, einer Organisation, die verletzte Veteranen unterstützt.