SZ-Kolumne "Bester Dinge":Veni, vidi, Vinci

SZ-Kolumne "Bester Dinge": Foto: imago

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Endlich mal gute Nachrichten: Das Universalgenie Leonardo da Vinci hat sein Talent womöglich über 25 Generationen hinweg weitergegeben.

Von Violetta Simon

Leonardo da Vinci war bis zu seinem Tod im Jahr 1519 weder verheiratet, noch hatte er eigene Kinder - dafür aber immerhin 22 Halbbrüder. Auf diesem Wege hinterließ der Maler, Wissenschaftler, Ingenieur und Architekt, der 1452 als unehelicher Sohn eines Notars im toskanischen Vinci geboren wurde, offenbar genügend aufschlussreiche DNA für die Nachwelt.

In der Hoffnung, das Genie des Universalgelehrten zu verstehen, haben die Ahnenforscherin Agnese Sabato und ihr Kollege Alessandro Vezzosi in einer Studie zur Familiengeschichte des italienischen Renaissance-Künstlers dessen Stammbaum vervollständigt. Ans Licht kamen 14 männliche Nachfahren, die noch leben.

Die Forscher, die ihre Ergebnisse im Fachblatt Human Evolution veröffentlichten, wollen jetzt da Vincis genealogisches Profil rekonstruieren, indem sie das Y-Chromosom dieser Personen mit dem ihrer Vorfahren in antiken und modernen Grabstätten vergleichen. Dieses Chromosom, das Väter an Söhne vererben, soll der Studie zufolge seit 25 Generationen nahezu unverändert geblieben sein. Evolution? Brauchen Genies ja nicht.

Für ihre Studie führten die beiden Forscher auch Interviews mit den lebenden Nachfahren, von denen der Älteste 85 Jahre alt sein soll. Der Jüngste unter ihnen, ein Einjähriger, dürfte zwar weniger mit einer geistreichen Antwort dienen können. Dafür aber womöglich mit einem brillanten Kritzel-Kunstwerk. Steckt ja schließlich ein Fitzelchen Leonardo in ihm.

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