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Leihmütter:Wo die größten Märkte für Leihmutterschaft sind

Wo ist der größte Markt?

Die größten Märkte für Leihmutterschaft sind Indien, die Ukraine, Russland, Thailand und die USA. Allein in Indien werden pro Jahr etwa 2,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt.

Was kostet eine Leihmutterschaft?

Je nach Land und Betreuungsprogramm kostet das Austragen eines fremden Embryos zwischen 25 000 US Dollar in Indien, 30 000 Euro in der Ukraine und 45 000 bis 100 000 US-Dollar in den Vereinigten Staaten. Das All-inclusive-Paket beinhaltet in der Regel sämtliche medizinischen Untersuchungen und Medikamente der Leihmutter, außerdem Hilfe bei Behördengängen, Ratenzahlung und Betreuung der Wunscheltern vor Ort. Amerikanische Agenturen bieten teilweise sogar eine Befruchtungsflatrate und Rabatt für den zweiten Versuch an, falls die Eizelle sich nicht beim ersten Mal einnistet.

Wer verdient wie viel daran?

Einen Großteil des Geldes bekommt in der Regel die Fruchtbarkeitsklinik. Wie viel die Leihmutter erhält, ist je nach Land und Vertrag unterschiedlich. In Indien behalten die Fruchtbarkeitskliniken den größten Teil des Betrages ein, den Frauen bleiben oft nur zwischen 150 000 und 400 000 Rupien (1840 bis 4900 Euro).

Welche möglichen Folgen hat die Leihmutterschaft für die Frau, die sich dafür zur Verfügung stellt?

Dass Leihmutterschaft psychische Folgen haben kann, ist unbestritten, der Umgang damit variiert allerdings stark. In Indien übernehmen oft Frauenärzte die seelische Nachbehandlung, Psychologen werden nicht hinzugezogen. Die Methode gilt als nicht besonders hilfreich, zumal die Frauen schon während der Schwangerschaft in der Klinik von ihren Familien abgeschottet werden. In Indien sind zwei Arten der Leihmutterschaft üblich: Frauen dürfen sich einige Wochen um das Kind kümmern, dann erst nehmen die Wunscheltern das Baby mit. Im zweiten Fall wird das Kind direkt nach der Geburt von der Leihmutter getrennt. Späterer Kontakt ist anders als in Kanada oder den USA nicht möglich.

Was passiert, wenn die Leihmutter das Kind nach der Geburt nicht hergeben will?

Nach deutschem Recht ist die Gebärende die Mutter des Kindes, der man das Baby nicht wegnehmen darf.

© SZ vom 06.08.2014/fran
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