Süddeutsche Zeitung

SZ-Serie "Bester Dinge":Dragqueen von Lego

Nicht nur die Welt verändert sich, auch das Spielzeug: Lego zum Beispiel bringt jetzt ein LGBTQ-Set auf den Markt.

Von Martin Zips

Anfang Juni bringt Lego eine neue Themenbox heraus. Ein "LGBTQ-Set" mit wirklich sehr abwechslungsreichen Figuren in Regenbogenfarben. Mal hell, mal dunkel und sehr divers. Sogar eine Dragqueen ist dabei. Mit der Box möchte die Firma unterstreichen, dass alle Menschen gleich sind, versichert sie.

Wer es liebt, sich mit dem Großen und Ganzen von Leben und Welt zu befassen, der kommt an regelmäßigen Besuchen im Spielzeugladen nicht vorbei. Bei Frau D. etwa, das muss kurz nach dem Krieg gewesen sein, gab es einst herrliche Steinschleudern zu kaufen und Babypuppen, denen man etwas zu trinken gab. Mit überraschenden Ergebnissen. Später, da war wahrscheinlich Ronald Reagan US-Präsident, wechselte der Heranwachsende in den Laden von Herrn S.: Denn der hatte tolle Big-Jim-Figuren im Angebot. Am meisten Freude aber bereitete dem jungen Einkäufer die Zauberknete, die er im Laden von Herrn F. fand. Aus "Silly Putty" ließ sich wirklich alles formen. Sehr kreativ, sehr divers.

Und auch mit den frühen Legosteinen ließ sich alles bauen. Aber irgendwann wurden die Anleitungen zu kompliziert, viele Steine waren nicht mehr miteinander kompatibel, auch die Figuren waren nicht mehr universell. Mal lag jetzt Darth Vader in der Verpackung, dann Harry Potter oder Indiana Jones. Die Spielzeugwelten, sie spalteten sich auf. Doch kürzlich, da war der Mensch noch einmal im Spielzeugladen. Und als er seine alte Zauberknete wiederfand, da war er wirklich bester Dinge. Man kann damit echt alles formen! Theoretisch sogar eine Dragqueen.

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