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Lebensmittelskandal:Wie gefährlich ist Fipronil?

Das Insektizid Fipronil ist ein Nervengift, das in der Tiermedizin gegen Flöhe, Läuse und Zecken eingesetzt wird. Ein rein pflanzliches Desinfektionsmittel ist in Belgien mit Fibronil verunreinigt worden. Dieses Desinfektionsmittel wurde dann insbesondere in den Niederlanden in Legehennenbetrieben eingesetzt. In der EU ist der Einsatz von Fibronil bei Nutztieren wie Hühnern verboten.

Beim Menschen kann das Mittel in höheren Dosen Übelkeit und Erbrechen auslösen. Bei dem höchsten in Belgien gemessenen Wert von Fipronil in Eiern sei eine gesundheitliche Gefahr für Kinder möglich, hieß es von Seiten des Bundesinstituts für Risikobewertung - hierzulande aber sei eine akute gesundheitliche Gefährdung derzeit praktisch ausgeschlossen, da alle bisher festgestellten Werte niedrig genug lägen.

Ein Hersteller von Fertigsalaten hat unterdessen Produkte zurückgerufen, in denen Fipronil-Eier verarbeitet wurden. Der Rückruf der Firma "Neue Mayo Feinkost GmbH" aus Lübeck bezieht sich auf verschiedene Salate mit Mindeshaltbarkeitsdatum 16. beziehungsweise 18. August. Der Discounter Aldi hat vorübergehend sogar sämtliche Eier aus seinem Sortiment genommen. Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) kritisiert diese Maßnahme: "Aus Sicht unserer heimischen Landwirtschaft, die redlich einwandfreie Eier produziert, ist der Schritt wohl eher nicht nachvollziehbar", sagte Hauk der Stuttgarter Zeitung. Für einige Bauern könne das existenzbedrohend sein. Der Deutsche Bauernverband fordert bereits Schadenersatz für die betroffenen Hühnerbetriebe. Die Landwirte dürften nicht auf ihren Schäden sitzen bleiben, sagte der stellvertretende Generalsekretär des Bauernverbands, Udo Hemmerling.

© SZ.de/AFP/dpa/vit/olkl
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