Lebensmittelknappheit in Venezuela Kirche gehen Hostien und Messwein aus

Der Engpass an Importprodukten in Venezuela erreicht die katholische Kirche: Nach Toilettenpapier werden nun auch Hostien und Messwein knapp. Die Vorräte reichen den Amtsträgern zufolge noch für zwei Monate, demnächst müssten Abendmahlsgottesdienste ausfallen.

Nach Toilettenpapier und Lebensmitteln werden in Venezuela jetzt auch Hostien und Messwein knapp. Die BBC berichtet, dass der einzige Winzer des Landes die Belieferung der Kirche gestoppt hat. Die Rundfunkanstalt zitiert den Kirchensprecher Monsignor Lucker, die Vorräte reichten nur noch zwei Monate. Ob man sich Importprodukte leisten könne, sei fraglich.

Messwein war bisher von der Steuer befreit, nun aber strich die sozialistische Regierung die Subventionen. Inzwischen kostet eine Flasche 16 Dollar (über 12 Euro), so viel wie normaler Wein. Da es im Land zudem an Mehl mangelt, werden auch Hostien knapp.

Bischof Baltazar Porras aus dem westlichen Bundesstaats Mérida kündigte an, die Zahl der Gottesdienste deutlich zu reduzieren. "Wenn wir keinen vernünftigen Gottesdienst mehr halten können, müssen wir die Eucharistiefeiern zusammenstreichen, was sehr bedauerlich wäre."

Venezuelas Einwohner sind den ständigen Mangel an Gütern des täglichen Bedarfs schon länger gewöhnt. Erst vor einigen Tagen hatte fehlendes Toilettenpapier für Schlagzeilen gesorgt. Das Problem: Das Land muss einen Großteil seiner Waren importieren, doch das ist angesichts der staatlichen Preiskontrollen und der künstlich niedrig gehaltenen Dollar-Wechselkurse nur schwer möglich. Die Regierung hingegen macht eine Verschwörung der Opposition und Preisspekulationen für die Lage verantwortlich.