Laos Staudamm gebrochen - Tote und Hunderte Vermisste

  • Der staatlichen Nachrichtenagentur zufolge ist ein im Bau befindlicher Damm gebrochen, das Wasser hat sechs Dörfer überflutet.
  • Tausende Menschen sollen obdachlos sein.
  • Medienberichten zufolge soll ein Mitarbeiter des zuständigen Unternehmens vor einem Bersten des Damms gewarnt haben.

Nach einem Dammbruch im südostasiatischen Laos soll es der staatlichen Nachrichtenagentur zufolge Tote und Hunderte Vermisste geben. Der Staudamm eines im Bau befindlichen Wasserkraftwerks in der südöstlichen Provinz Attapeu sei am Montagabend (Ortszeit) gebrochen und habe die Umgebung mit fünf Milliarden Kubikmeter Wasser überflutet.

Der Dammbruch ereignete sich an einem Nebenfluss des Mekong unweit der Grenze zu Kambodscha. Betroffen seien der Nachrichtenagentur zufolge sechs Dörfer. Tausende Menschen seien obdachlos. Die Nachrichtenseite ABC Laos News zeigt Videos und Bilder von Betroffenen, die auf Häuserdächer geflüchtet sind und auf Hilfe warten. Der Sender BBC zitiert einen Unternehmenssprecher, wonach nur ein kleiner Damm des Kraftwerks gebrochen sei, nicht der Hauptdamm.

Die Laotian Times zitiert aus einem Brief eines Mitarbeiters des zuständigen Unternehmens, der die Behörden vor einem Bersten des Damms gewarnt haben soll. Der Damm sei "instabil" und in einem "sehr gefährlichen Zustand", die Bevölkerung müsse in Sicherheit gebracht werden, hieß es darin. In der betroffenen Region hatte es zuletzt heftige Regenfälle gegeben.

Der Staudamm wurde den Angaben zufolge von dem Energieunternehmen Xe Pien-Xe Namnoy, kurz PNPC, gebaut. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen des thailändischen Konzerns Ratchaburi Electricity Generating Holding, Korea Western Power und einem laotischen Staatsunternehmen. Der Grundstein für das 1,2 Milliarden Dollar teure Bauvorhaben war bereits 2013 gelegt worden. In diesem oder kommenden Jahr sollte der Damm dem Unternehmen zufolge in Betrieb gehen.

In Laos werden derzeit mehrere Wasserkraftwerke gebaut oder geplant. Der Großteil der Energie wird in die Nachbarländer exportiert. Umweltorganisationen warnen schon seit Längerem vor negativen Folgen des Staudammbaus. Sie sehen insbesondere die Auswirkungen auf die Umwelt kritisch und warnen vor den gravierenden Folgen für die Anwohner, etwa durch Massenumsiedlungen.

Laos ist ein kommunistisches Land, das autoritär regiert wird. Die Medien werden in ihrer Berichterstattung stark eingeschränkt. Auf einer Rangliste zur Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen befindet sich Laos auf Platz 170 von 180. Das Land gilt als sehr arm. Fast ein Viertel der 6,8 Millionen Einwohner lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze.

Dorfbewohner haben sich vor den Wassermassen auf die Dächer eines Hauses gerettet.

(Foto: dpa)