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Italien:Seilbahnunglück am Lago Maggiore: Junge aus Krankenhaus entlassen

Drei Festnahmen nach Gondelunglück in Italien

Als das Zugseil riss, raste die Gondel talwärts und zerschellte an einem Baum. 14 Menschen kamen ums Leben.

(Foto: Piero Cruciatti/dpa)

Der Fünfjährige, der als einziger den Absturz der Gondel überlebte, wurde von seiner Tante aus der Klinik abgeholt. Für die Verdächtigen, die möglicherweise das Notbremssystem manipuliert haben, steht demnächst eine Anhörung an.

Der fünf Jahre alte Junge, der als einziger das Gondelunglück am norditalienischen Monte Mottarone überlebt hat, ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte die Klinik in Turin am Donnerstag mit. Der Zustand des Kindes habe sich deutlich verbessert. Es werde weiter psychologisch betreut. Ein Krankenwagen brachte den Jungen begleitet von seiner Tante nach Hause in die Stadt Pavia, ungefähr 50 Kilometer südlich von Mailand.

Der Junge hatte am Pfingstsonntag als einziger das tödliche Seilbahnunglück westlich des Lago Maggiore überlebt, 14 Menschen starben. Das Kind verlor seine Eltern, seinen Bruder und seine Urgroßeltern. Die Gondel stürzte ab, weil das Zugseil der Bahn aus bislang ungeklärter Ursache riss und die Notbremsen nicht am Tragseil griffen, weil sie zuvor blockiert worden waren. Die Kabine stürzte talwärts ab und zerschellte schließlich an einem bewaldeten Hang.

Das Notbremssystem wurde den Ermittlungen zufolge manipuliert, weil es zuvor für Störungen im Bahnbetrieb gesorgt hatte. Möglicherweise befürchtete der Betreiber, dass es eine längere Wartungspause geben könnte und ihm nach monatelanger Corona-Pause weitere Einnahmen wegbrechen könnten. Ein technischer Leiter steht derzeit unter häuslichem Arrest. Der Seilbahnchef und ein weiterer technischer Leiter kamen wieder frei, was für Kritik gesorgt hatte. Laut Medienberichten wollte die Staatsanwaltschaft diese Entscheidung der Untersuchungsrichterin prüfen lassen. Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge sind die drei Verdächtigen am kommenden Montag vorgeladen.

© SZ/dpa/nas
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