SZ-Kolumne "Bester Dinge":Ab in die Haia

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(Foto: Richard Robinson/mauritius images/nature picture library)

Haie können nicht schlafen? Das stimmt nicht, haben Forscher herausgefunden. Man sieht es ihnen bloß nicht an.

Von Friedrich Conradi

Sie kriegen angeblich keinen Krebs, verwechseln Surfer und schwimmende Menschen mit Robben und sind aggressive Killermaschinen. Um Haie, eigentlich zurückgezogene und scheue Lebewesen, ranken sich zahllose Legenden und Mythen. Gerade ihre Angriffslust auf Menschen wurde vielfach wissenschaftlich entkräftet. Und dennoch: Haie wecken in uns eine Angst wie kein anderes Tier dieser Welt. Vielleicht, weil wir noch zu wenig über sie wissen.

Ein Forschungsteam aus Australien und Neuseeland hat nun eine besonders hartnäckige Legende widerlegt: Die weit verbreitete Annahme, Haie könnten nicht schlafen, ist falsch. Sie können! Wenn auch nicht so tief wie Menschen und von Hai zu Hai unterschiedlich. Auch die großen Jäger der Weltmeere müssen sich mal vom Alltagsstress und von all den ermüdenden Falschbehauptungen erholen. Während der Weiße Hai im Schlaf durch die Gegend schwimmt, und zwar mit offenem Maul und im Schnarchtempo von etwa drei Kilometern pro Stunde, weil er seine Kiemen mit Sauerstoff versorgen muss, legt sich die eine oder andere kleine Hai-Art für ein Nickerchen am liebsten in eine ruhige Höhle. Im Falle der Schwellhaie vor Neuseeland, um die es in der neuesten Studie geht, sogar mit offenen Augen.

Wenn einem also mal ein Hai über den Weg schwimmt: Keine Panik! Er verwechselt einen mit größter Wahrscheinlichkeit nicht mit Beute. Vielleicht macht er sogar gerade seinen Mittagsschlaf. Wecken sollte man ihn vorsichtshalber aber lieber doch nicht. Wer weiß, was passiert, wenn er mit der falschen Flosse aufsteht.

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