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Weihnachten kurios:ESA löst das Kometen-Rästel

Ein Glimmen am Himmel beschäftigt Deutschland: Was ist da an Heiligabend über das Firmament gezogen - ein Meteor, ein verglühendes Raketenteil, gar ein Komet? Nun hat die Europäische Weltraumagentur das Rätsel aufgelöst. Außerdem im Weihnachtsticker: Was sogenannte Prominente trieben und wer hinter dem falschen Joseph auf Twitter steckt.

Weihnachten mit Schnuppe

Rätselhaftes Leuchten am Heiligabend-Himmel

Heiligabend-Leuchten am Himmel (bei Donaueschingen): Rätseln über das unbekannte Objekt

(Foto: dpa)

Was war das denn? Ein Lichtschweif zieht über Deutschland: eine Sternschnuppe? Weltraumschrott? Auf YouTube und anderen Plattformen haben Nutzer Videos hochgeladen (1, 2, 3- Echtheit nicht geprüft), die angeblich einen Kometen an Heiligabend 2011 zeigen - oder respektive doch "Jopie auf einer Ehrenrunde", wie ein Nutzer schreibt? Der Lichtschweif sei nicht steil vom Himmel herabgefallen, sondern habe sich in einem sehr kleinen Winkel fast horizontal den Himmel entlang gezogen, protokolliert die Nachrichtenagentur AFP; die Erscheinung habe deutlich länger gedauert und sei deutlich größer als eine gewöhnliche Sternschnuppe gewesen. Die Astronomen rätseln nun, was die mysteriöse Erscheinung war (und auch unsere Leser auf Facebook). Lesen Sie nach, wie wild die Spekulationen in den Newstickern durcheinander gehen:

+++ 26.12., 10:32, AFP +++ Die Europäische Weltraumagentur ESA löst das Rätsel auf. Russischer Raketenmüll sei die Ursache des Lichtstreifs. Der Leiter der ESA-Analyse-Abteilung für Weltraumschrott, Heiner Klinkrad, sagte dem Sender hr-info, er gehe sicher davon aus, dass die letzte Triebstufe einer Sojusrakete zu sehen gewesen sei. Die Sojus-Triebstufe sei beim Eintritt in die Atmosphäre verglüht und dabei in kleine Teile zerfallen. Diese Analyse stehe auch in Einklang mit den vorliegenden Messwerten und den Berechnungen von US-Beobachtungsstationen. Auch das königliche Observatorium in Belgien hatte am Sonntag mitgeteilt, verglühende Trümmer einer russischen Sojus-Rakete hätten das Leuchten am Himmel verursacht. Es handelte sich offensichtlich um eine Stufe der Sojus-Rakete, die am Mittwoch vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus gestartet war. Sie hatte drei Raumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS gebracht.

+++ 24.12., 20:05, dpa +++ In weiten Teilen Deutschlands hat an Heiligabend ein rätselhaftes Leuchten am Himmel für Aufregung gesorgt. So riefen zum Beispiel bei Antenne Thüringen Hörer an und berichteten von dem Phänomen. Augenzeugen sagten dem Radiosender, sie hätten drei glühende Streifen gesehen mit einem breiten Schweif, der sich dann in mehrere Teile zerstreut habe. Auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen beobachteten Menschen einen hellen Schein. Das Lagezentrum im Thüringer Innenministerium bestätigte, es habe eine Erscheinung am Himmel gegeben, die auch in anderen Bundesländern zu sehen war. Auf einen Flugzeugabsturz gebe es keine Hinweise. Der Sprecher des Lagezentrums in Erfurt sprach von einem hellen Schein in einem orangefarbenen Ton - ähnlich einer Sternschnuppe, aber größer und länger anhaltend. In Internetforen wurde diskutiert, ob es sich um Teile der Sojus-Rakete handeln könnte, die am Mittwoch vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abgehoben war und einen Niederländer, einen Russen und einen Amerikaner zur Internationalen Raumstation ISS brachte.

+++ 25.12., morgens +++ Die Kollegen von DerWesten haben einen Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gefragt - und er glaubt an einen Meteoriten: "Jährlich fallen bis zu 200 Tonnen an Material auf die Erde", sagte dem Bericht zufolge Andreas Schütz. "Da ist auch mal ein größeres Teil bei." Die Vermutung liege also nahe: "Das ist in 99,9 Prozent der Fälle so."

+++ 25.12., 11:37, dpa +++ "Die Vermutung liegt nah, dass es sich um einen Meteoriten gehandelt haben könnte, aber das ist unbestätigt", sagte Andreas Schütz, Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR, der Nachrichtenagentur dpa. Es sei aber auch nicht ausgeschlossen, das es Weltraumschrott gewesen sein könnte.

+++ 25.12., 12:01, dpa +++ Ursache des Phänomens war jedoch ein Komet. Gegen 17.30 Uhr hätten mehrere Menschen bei der Polizei angerufen, sagte Polizeisprecher Peter Göller in Schweinfurt. "Sie haben vermutet, dass da ein Flugzeug mit Triebwerkschaden unterwegs ist." Die Beamten wandten sich an die Deutsche Flugsicherung, die das Rätsel aufklären konnte: Es handelte sich um einen Kometenflug. "Der Stern von Betlehem hat sich nach Schweinfurt verirrt", resümierte der Polizeisprecher. Auch bei der Tuttlinger Polizei gingen am späten Samstagnachmittag viele Hinweise auf einen möglichen Flugzeugabsturz ein, zudem meldete eine Zeugin eine vermeintliche Rauchsäule. Man habe deshalb zusammen mit Feuerwehren aus der Umgebung mit der Suche begonnen, sagte ein Beamter. Nach rund zwei Stunden wurde die Aktion abgebrochen, nachdem Informationen von der Deutschen Flugsicherung vorlagen.

+++ 25.12., 11:31, dapd +++ Ab 17.30 Uhr gingen bei der Mannheimer Ufo-Meldestelle zahlreiche Anrufe und E-Mails ein, und zwar aus dem Südwesten bis in den Raum Thüringen, teilte das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) mit. Beschrieben und gefilmt wurde ein "flach dahinrasender Feuerball mit gewaltigem Schweif, aus dem sich viele Funken lösten". Die Erscheinung konnte bis zu 30 Sekunden beobachtet werden, und noch einmal 20 bis 30 Sekunden war ein verwehender Rauchschweif zu sehen. Experten vermuten, dass es ein "großer Bruder der Normalosternschnuppen" war, "ein sogenannter Feuerkugel-Bolide".

+++ 25.12., 12.10 Uhr +++ Die Kollegen von Spiegel Online haben in ihrem Bericht noch mal einen ganz anderen Nachrichtenstand - Zitat: "Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hält den Wiedereintritt der Sojus-Oberstufe für die wahrscheinlichste Erklärung. Diese Raketenstufe wurde rund neun Stunden nach dem Start abgetrennt. Allerdings werde es voraussichtlich bis Dienstag dauern, bis diese Aussage offiziell bestätigt werden könne, teilte das DLR mit."

Was an Weihnachten sonst noch geschah - mehr Fundstücke aus den Tickern:

Weihnachten in der Zelle

+++ 25.12., 11:37, dpa +++ Von wegen friedliche Weihnacht: Ein Streit zwischen zwei Brüdern bei einem Gesellschaftsspiel ist Heiligabend eskaliert. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, waren die Geschwister in Garrel wegen einer Nichtigkeit bei dem Spiel aneinandergeraten. Der stark angetrunkene 24-Jährige schlug daraufhin auf seinen drei Jahren jüngeren Bruder mit der Faust ein. Der flüchtete in sein Zimmer und schloss sich ein. Da der Ältere nicht zu beruhigen war und immer wieder gegen die Zimmertür trat, wurde die Polizei gerufen. Die konnten den jungen Mann ebenfalls nicht zur Ruhe bringen und brachten ihn in eine Gewahrsamzelle zur Ausnüchterung.

Weihnachten bei Ochsenknechts (und so)

+++ 25.12., 9:54, dapd +++ Schauspielerin Dennenesch Zoudé feiert Weihnachten erstmals in ihrem Geburtsland Äthiopien. "Das ist für mich ganz besonders, weil ich Weihnachten in Äthiopien nicht kenne. Ich kenne nur das deutsche Weihnachten," sagte die 45-Jährige der Nachrichtenagentur dapd. Zoudé wurde in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba geboren und lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Deutschland. Sie ist vor allem aus TV-Serien, wie "Gegen den Wind" und "Hinter Gittern" bekannt.

+++ 25.12., 9:51, dapd +++ Für Natascha Ochsenknecht gehören bestimmte Dinge ganz einfach zu Weihnachten dazu. "Gänse, Rotkohl, Knödel, Kinder, Mann, Hund, alles dabei," sagte die 47-Jährige der Nachrichtenagentur dapd auf die Frage, wie sie Weihnachten feiern werde. Natascha Ochsenknecht ist mit dem Fußballer Umut Kekilli liiert. Mit dem Schauspieler Uwe Ochsenknecht war sie 25 Jahre zusammen; 1993 hatten sie geheiratet. Das Paar hat drei Kinder, es trennte sich 2009, die Scheidung läuft.

+++ 25.12., 9:41, dapd +++ Auch Prominente verbringen die Festtage im Kreise der Familie. "Ganz entspannt zu Hause" will Axel Schulz Weihnachten feiern. Mit dabei seien seine 91-jährige Oma und seine beiden Kinder. Die Sängerin Jeanette Biedermann sagte: "Es kommen alle in unser Haus, dann essen wir zusammen und haben eine schöne Zeit." Der Journalist Hellmuth Karasek freut sich, Weihnachten gemeinsam mit dem Großteil seiner Familie zu feiern. "Das wird ja auch immer schwerer", sagte der 77-Jährige.

Weihnachten mit Wuff

+++ 25.12., 7:28, dpa +++ Weihnachtsglück hatte eine kleine Hündin am Bremer Hauptbahnhof. Ihr 56 Jahre altes Herrchen kam Heiligabend mit gesundheitlichen Problemen mit einem Zug in Bremen an, teilte die Polizei mit. Der Rettungsdienst und die Bundespolizei nahmen den Mann am Bahnsteig in Empfang und brachten ihn in ein Krankenhaus. Die Hündin konnte nicht mitfahren. Aber die Polizisten wollten sie auch nicht ins Tierheim bringen. Also kam die Hündin mit auf die Wache und wurde mit Hundekeksen versorgt. Ihr Besitzer konnte im Laufe der Nacht aus dem Krankenhaus entlassen werden und die Hündin bei der Polizei abholen.

Weihnachten mit Schuss

+++ 25.12., 00:58, dapd +++ Ein Weihnachtsschütze ist Heiligabend beim traditionellen "Mettenschießen" in Berchtesgaden durch eine Pulververpuffung verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, kam es beim Nachladen vermutlich aufgrund von Restglut im Böller zu einer Verpuffung und der Schütze wurde im Gesicht verletzt. Vorsorglich wurde der junge Mann in die Augenklinik nach Salzburg gebracht.

Falscher Joseph lüftet Identität

+++ 24.12., 18:46, KNA +++ Die Identität des "Joseph von Nazareth" beim Internet-Kurznachrichtendienst Twitter ist gelüftet. Der Werbetexter Holger Biesinger hat im Auftrag des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (ejw) die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht von Joseph in einer Art Adventskalender erzählt, wie das ejw an Heiligabend in Stuttgart mitteilte. "Auf diese moderne Art wollten wir den Menschen die 2000 Jahre alte Geschichte wieder nahe bringen." Umgesetzt wurde die Aktion durch die Werbeagentur Jung von Matt/Neckar. Seit dem 1. Dezember berichtete Biesinger als joseph_von_naza in flapsigen Nachrichten mit einer maximalen Länge von 140 Zeichen aus seinem Familienleben bis hin zur Geburt Jesu. Ziel sei es gewesen, die Reise nach Bethlehem "aus einer völlig neuen Sicht mitzuerleben", so das ejw. Zuletzt verfolgten mehr als 14.000 Menschen auf der ganzen Welt die Nachrichten von "Joseph von Nazareth". Nach internationalen Medienberichten hatte Biesinger auch auf Englisch getwittert.

Weihnachten bei Königs

+++ 24.12., 18:03, dpa +++ Keine frohen Weihnachten für die spanische Königsfamilie. Erstmals seit ihrer Heirat vor 14 Jahren mit dem früheren Handballnationalspieler Iñaki Urdangarin sei die Königstochter Cristina nicht beim traditionellen Essen zum Heiligen Abend im Zarzuela-Palast in Madrid dabei, berichteten spanische Medien am Samstag unter Berufung auf das Königshaus. Die spanische Justiz ermittelt derzeit gegen ihren Ehemann wegen eines vermeintlichen Korruptionsdelikts. König Juan Carlos hatte bereits am 12. Dezember entschieden, dass sein Schwiegersohn vorerst nicht mehr an offiziellen Aktivitäten des Königshauses teilnehmen darf. Der Verwaltungschef des Königshauses, Rafael Spottorno, hatte das Verhalten Urdangaríns als "nicht vorbildhaft" bezeichnet. Urdangarin, der den Adelstitel Herzog von Palma führt, steht im Verdacht, als Präsident einer gemeinnützigen Stiftung Subventionen in Millionenhöhe der Regionalregierungen der Balearen und Valencias veruntreut zu haben. Er läuft Gefahr, als erstes Mitglied der königlichen Familie unter Anklage gestellt zu werden. Der Schwiegersohn des spanischen Königs lebt seit 2009 mit seiner Frau und vier Kindern in Washington. Er arbeitet in der US-Hauptstadt als Berater des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefónica.