bedeckt München 17°

Kurioser Namensstreit:Talula tanzt keinen Hula

Sein Schicksal ist in Neusseland kein Einzelfall: Weil es einen allzu bizarren Namen verpasst bekam, ist ein neunjähriges Mädchen vor Gericht gezogen - und hat gewonnen.

Ein neuseeländisches Mädchen muss nicht mehr mit dem Namen "Talula does the Hula from Hawaii" herumlaufen. "Das macht das Kind ja zum Narren und kommt einem sozialen Handicap gleich", wetterte Familienrichter Rob Murfitt nach Presseberichten von Donnerstag. Er entzog beiden Eltern das Sorgerecht, bis sie dem Kind einen neuen Namen gegeben haben.

Kleine Hula-Tänzerinnen auf Hawaii: Stoff für eine skurrilen Namen.

(Foto: Foto: Reuters)

Die Kleine ist bereits neun Jahre alt. Sie schäme sich derart, dass sie sich von ihren Freunden nur "K" rufen lasse, sagte ihre Anwältin vor Gericht, wie die Zeitung Taranaki Daily News berichtete. Die Eltern hatten sich getrennt und wollen beide das Sorgerecht für das Mädchen erstreiten.

Die Richter sind nach Angaben von Murfitt bestürzt über Namen, die manche Eltern für ihre Kinder aussuchen. Er nannte Beispiele wie "Fish and Chips" (Fisch mit Pommes) für Zwillinge, oder "Benson and Hedges" nach einer Zigarettenmarke. Ihm waren auch schon Namen wie "Number 16 Bus Shelter", und "Sex Fruit" untergekommen. Die Kinder einer Familie waren allesamt nach den Modellnamen von Sechszylinder-Autos von Ford benannt.

Ämter können in Neuseeland im Gegensatz zu Deutschland ausgefallene Namen nicht ablehnen. Die Namen dürfen nur nicht zu lang sein, jemand beleidigen oder nach einem offiziellen Titel klingen.

© dpa/AFP/grc
Zur SZ-Startseite