bedeckt München 20°

Kuhhandel in Indien:Holy Cash Cow

Eine Puja zu Ehren der Kuh im indischen Jodhpur.

(Foto: AFP)

Die Kuh wird in Indien verehrt, und doch exportiert kaum ein Land so viel Rindfleisch und Leder - auch nach Deutschland. Militante Tierschützer haben Schlachtern und Gerbereien vor Ort nun den Kampf angesagt.

Die Schmuggler verstecken die Gau Mata in Gemüselastern und Beton­transportern, in Minibussen und ausgedienten Krankenwagen, sie pferchen sie sogar in Milchtanks mit eigens eingebauten Türen. Sie schnüren die Gau Mata zusammen und betäuben sie mit Chloroform, sie liegt in ihrem Blut, halb tot, auf dem Weg nach Bangladesch. Oder sie hacken sie gleich in Stücke, um sie auf den Fleischteller in Saudi-Arabien zu bringen - "und bei euch in Europa ins Schuhregal", sagt Deepak Chouham. "Wir werden diesen Krieg gewinnen. Für unsere Gau Mata." Die heilige Mutter Kuh. Für alle Kühe. Eine Aprilnacht in Madlauda, einem Örtchen im Bundesstaat Haryana, Nordindien. Die Luft ist von 42 auf 32 Grad abgekühlt, Moskitos summen. Chouham, 31 Jahre alt, Vater dreier Kinder, handelt bei Tag mit Ziegelsteinen und betreibt einen Süßigkeitenstand. Nachts ist er Blockwart der örtlichen Einheit der "Gauraksha Dal Haryana", wörtlich: des Kuh-Befreiungsteams von Haryana.

SZPlus
SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Teaser image
Wiedervereinigung
Der Mann mit der Kohle
Teaser image
Umzug ins Grüne
Stadt, Land, Frust
Teaser image
Esther Perel im Interview
"Treue wird heute idealisiert"
Teaser image
Umweltschutz
Freiwillig werden wir die Erde nicht retten
Teaser image
Österreich
Diese Macht, die uns fest im Griff hat