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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Ein Bussi für die Briten

Side view of cheerful girlfriend kissing smiling boyfriend in city on background of double decker bus in London, Model r
(Foto: Ivan Pujol via www.imago-images.de/imago images/Addictive Stock)

In Großbritannien soll bald wieder ganz legal geküsst und umarmt werden. Sagt das Gesundheitsministerium. Für die Liebe wäre allerdings nichts fataler.

Von Martin Zips

Die britische Gesundheitsministerin Nadine Dorries möchte den Bürgern das Schmusen wieder erlauben. Sie sei sehr zuversichtlich, meinte Dorries jetzt, dass "das Umarmen und Küssen bei Freunden und Familie" bereits ab 17. Mai wieder möglich sei. Also drinnen zumindest. Draußen noch nicht. Ob der Indoor-Kuss bald auch in Deutschland wieder möglich ist? Ob die FDP diesbezüglich bereits eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht vorbereitet?

Küssen, das war ja schon oft verboten. Im Nachkriegsdeutschland zum Beispiel. Nicht explizit, aber die Lehrer haben es am Schulhof gar nicht gern gesehen. Und auch sonst: Sobald irgendwo geknutscht wurde, kam sofort ein Rentner oder ein Pfarrer vorbei und - zack! - war es damit vorbei. Für eine Packung Kondome musste man bis ins nächste Dorf fahren, weil die Apothekerin aus der Bahnhofstraße neben dem Vater in der Kirchenbank saß. Aber ehrlich gesagt: Für die Liebe gibt es nichts Romantischeres als Verbote. Das macht sie nur noch besonderer.

Die Briten sollten daher hoffen, dass ihnen ihre Gesundheitsministerin höchstens die zarten, die vorsichtig angedeuteten Hand- oder Wangenküsse erlaubt. Nicht dieses volatile Tinder-Geknutsche. Und auch Küsse zwischen Engländern und Schotten oder EU-Europäern und Insulanern sollten unbedingt verboten bleiben. Denn, wie sagt dieses wundervolle jüdische Sprichwort? "Im Paradies gibt es mehr Verbote als in der Hölle."

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