Künstliche Befruchtung 65-Jährige bekommt Vierlinge: Ein Jahr danach

"Alles eine Frage der Organisation": Annegret Raunigk mit ihren Vierlingen.

(Foto: RTL/Stefan Gregorowius)

Im Oma-Alter vier Säuglinge: Annegret Raunigks Schwangerschaft entfachte Diskussionen über künstliche Befruchtung. Wie geht es den Babys heute?

Von Christina Berndt und Verena Mayer

Sie lebt nun in Höxter, ausgerechnet. In jener Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, die gerade durch beispiellose Verbrechen an Frauen weltweit bekannt wurde. Dabei ist Annegret Raunigks Leben selbst schon reich an Schlagzeilen. Raunigk ist die Berlinerin, die im Alter von 65 Jahren Vierlinge zur Welt brachte.

Als die Kinder vor einem Jahr geboren wurden, war nicht klar, ob alle überleben würden, so klein und zerbrechlich waren sie. Doch an diesem Donnerstag kann Annegret Raunigk den ersten Geburtstag der Vierlinge feiern. In ihrem Haus in Höxter, das die pensionierte Lehrerin seit einigen Monaten mit ihrer Familie bewohnt.

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Raunigk hat bereits zwölf erwachsene Kinder, ihr 13. Kind, eine Tochter, ist zehn. Und jetzt, im Oma-Alter, fängt Raunigk mit ihren Vierlingen wieder ganz von vorne an. Fläschchen und Brei geben, schlaflose Nächte durchstehen, Windeln wechseln. Und das mal vier. Trotz allem war eine äußerst fitte Mittsechzigerin zu sehen, als der Sender RTL kürzlich für eine Homestory in Höxter vorbeikam. Raunigk hatte schon vor der Geburt der Kinder die Exklusivrechte an der Berichterstattung an RTL verkauft.

Immer wieder sagt Raunigk, dass "alles eine Frage der Organisation" sei und sie gut zurechtkomme. "Und wenn die Kinder bald anfangen zu laufen?", fragt die Moderatorin. "Das stelle ich mir nicht so dramatisch vor", sagt Raunigk. Die Moderatorin bohrt weiter, sie will der Mutter ein Eingeständnis der Schwäche entlocken. Doch Raunigk sagt nur: "Eine vernünftige Kondition muss man schon haben, sonst hält man das nicht durch."

Immerhin: An drei Tagen in der Woche kommt eine Haushaltshilfe der Caritas nach Höxter. Und die Nächte scheinen ruhig zu sein, wenn man der zehnjährigen Tochter glauben darf, die im Fernsehbeitrag den Vierlingskinderwagen schiebt: "Abends um sieben, halb acht gehen sie ins Bett, und dann schlafen sie durch."